Wie die US-Notenbank die Weltfinanz manipuliert

Veröffentlicht: Juli 19, 2014 in Uncategorized
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Das Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington DC

 

Die US-Notenbank kontrolliert den Dollar – und hat es in der Hand, ganze Volkswirtschaften in den Ruin zu treiben. FOCUS-MONEY zeigt, wem die mächtigste Zentralbank der Welt gehört und was sie alles manipuliert.

Geld regiert die Welt. Mitnichten. Es gibt noch eine Instanz der Macht über dem bloßen Reichtum. Denn wer das Geld regiert, dem kann der Rest ziemlich egal sein. Direkter als Mayer Amschel Rothschild (1744-1812) hat es kaum jemand formuliert:

„Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“

Der Gründer der Rothschild-Bankendynastie wusste, wovon er sprach. Denn er war einer, der in den Genuss dieser Kontrolle kam. Er und später sein Sohn Nathan waren im 19. Jahrhundert die wichtigsten Finanziers europäischer Staaten. Etwa einhundert Jahre lang, bis hinein ins 20. Jahrhundert, war das Haus Rothschild die weltgrößte Bank.

Ein alter Hut?

So was funktionierte nur zu Zeiten, in denen Könige und Fürsten regierten? Von wegen. Die liquideste Währung der Welt wird nicht vom Staat kontrolliert. Das Monopol auf den Druck der Banknoten, die Hoheit über die Geldmenge und die Macht über die Zinsen besitzt eine Privatinstitution. Gegründet vom wohl mächtigsten Bankenkartell aller Zeiten. Ein gigantischer Bluff. Demokratisch legitimiert.

Der Dollar ist in der Hand des Federal Reserve System. Dessen Eigner sind Privatbanken. Wie gering der Einfluss der Regierung auf das ist, was die Fed anstellt, erklärte der langjährige Notenbank-Chef Alan Greenspan einmal recht deutlich in einem Fernsehinterview:

„Zunächst einmal ist die Federal Reserve eine unabhängige Agentur. Das bedeutet, dass es keine Regierungsagentur gibt, die unsere Aktionen außer Kraft setzen kann.“

Die US-Notenbank dient vielen Herren. Nicht zwangsläufig stehen die Interessen von Staat und Bürger ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Das ergibt sich schon aus der Entstehung der Notenbank – einem der klügsten Täuschungsmanöver in der Geschichte der modernen Wirtschaft.

Video: Die Macht der Fed

Herrscherin über den Dollar: Die Macht der US-Notenbank

Schon der Name ist eine einzige Lüge

Wahrscheinlich war die Namensfindung das Genialste an der Erschaffung der Federal Reserve. Schließlich ist die US-Notenbank nicht staatlich (Federal). Und Reserven hatte sie auch keine. Ausgedacht hat sich den Bluff eine Gruppe von sieben Männern. Im Jahr 1910. Die Herrschaften repräsentierten damals, grob geschätzt, ein Viertel des Reichtums auf der Welt.

Sie schufen ein Konstrukt, das die eigenen Pfründe sicherte. Es verschaffte ihnen die Kontrolle über den Dollar. Und damit die Fähigkeit, Geld aus dem Nichts zu erschaffen. Und obendrein noch die Möglichkeit, die Verluste der Allgemeinheit aufzubürden, sollte ihr Milliardenspiel schiefgehen.

Klammheimliches Treffen

An einem kalten November-Abend im Jahr 1910 bestiegen die Männer am Bahnhof New Jersey einen Privatwaggon. Sie kamen einzeln. Um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Niemand durfte wissen, dass sich diese Mächtigen treffen. Und warum. Die Aufschrift auf dem Waggon: Aldrich. Der Besitzer, Nelson Aldrich, organisierte die Reise. Allein er steht expemplarisch dafür, worum es den Männern ging. Aldrich war Senator von Rhode Island und Vorsitzender der nationalen Währungskommission. Er war allerdings nicht nur Fürsprecher des Großkapitals im Senat. Er war gleichzeitig Teil davon. Aldrich war Teilhaber der Bank JP Morgan . Und er war der Schwiegervater von John D. Rockefeller jr. – einem der reichsten Männer der Welt.

Außer Aldrich saßen im Wagen noch Frank Vanderlip, Präsident der National City Bank of New York und Vertreter von William Rockefeller und der Investmentbank Kuhn, Loeb & Company, Henry Davison, Teilhaber von JP Morgan, Charles Norton, Präsident der First National Bank of New York, Benjamin Strong von JP Morgan Bankers Trust sowie Paul Warburg, Partner von Kuhn, Loeb sowie Vertreter der Rothschilds.

Offiziell brachen ein paar Gentlemen zur Entenjagd auf. Ziel der Reise: eine kleine Insel namens Jekyll Island, vor der Küste eines Fischerdörfchens in Georgia. Die Insel gehörte JP Morgan. Hier konnten sie ungestört einen Plan ausarbeiten, der das Geldsystem für immer revolutionierte.

 

Warum die Banken eine Notenbank wollten

Vor allem zwei Entwicklungen trieben die Gentlemen nach Jekyll Island. Es entwickelte sich ein Trend in der Industrie: Das Wachstum wurde verstärkt durch Gewinne anstatt durch Kredite finanziert. Selbst die US-Regierung wurde sparsamer, baute Goldreserven auf und die Verschuldung ab. Das lag an der begrenzten Geldmenge. Zwar durften die Banken mehr Kapital verleihen, als sie an Einlagen verwalteten. Doch gab es eine feste Grenze: die Menge des von der Bank gehaltenen Goldes.

 

Dennoch kam es in den Jahren vor 1910 immer wieder zu Verwerfungen. Nicht wenige Institute verliehen zu viel Geld. Bei ziemlich geringen Reserven. Sobald zu viele Schecks der Kunden an anderen Institute ausbezahlt werden mussten, waren die Reserven verbraucht. Binnen wenigen Jahren gingen mehrere tausend Banken deswegen pleite.

 

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Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank.

 

Wie ließen sich also die geringen Reserven der Banken bündeln, um zumindest große Institute vor einem Zusammenbruch zu schützen? Und sollten Institute dennoch umfallen, wie ließen sich die Verluste der Bankbesitzer auf die Allgemeinheit abwälzen? Und zu guter Letzt: Wie könnte man die Geldmenge „elastischer“ machen, wie es die Banker nannten. Damit die Industrie wieder auf den Pfad der Verschuldung zurückkehrt. Und die Banken mehr Geschäft machen.

Knapp eine Woche brütete die Jekyll-Island-Clique. Heraus kam das Konstrukt der Federal Reserve. So undurchsichtig, dass niemand Verdacht schöpfte, wer den Plan entworfen hatte und wem er am meisten nutzen würde.

Der machtlose Staat

Das Fed-System besteht aus zwölf Regionalbanken. Besitzer sind alle großen Geschäftsbanken des Landes. Die Regierung darf einen Teil der Gremiumsmitglieder benennen, und dem Senat wird regelmäßig Bericht erstattet. In ihren Entscheidungen ist die Notenbank frei. Dafür bekommt der Staat den Großteil des Fed-Gewinns.

Drei Jahre benötigten Aldrich und Abraham Piatt Andrew, Ministerialdirektor im Schatzamt, der auf Jekyll Island dabei war, um die Regierung von der (vom Staat) unabhängigen Notenbank zu überzeugen. Einen Tag vor Weihnachten 1913, die meisten Senatoren waren bereits im Urlaub, unterzeichnete der frisch gewählte Präsident Woodrow Wilson den Federal Reserve Act. Wilson soll sich den Schritt nie verziehen haben. „Ich habe mein Land betrogen“, soll er auf dem Sterbebett gesagt haben. Das Schicksal der Nation liege „in den Händen einiger weniger Männer“.

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Das große Spiel der Zinsmanipulation

Jahrzehntelang wurde das Treiben der Notenbank mehr oder minder stillschweigend hingenommen. Nur wenige durchschauten das Konstrukt, wie etwa Henry Ford: „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Heute sind die Eingriffe der Notenbanken für jedermann unübersehbar. Und spürbar. „Dass die Kapitalmarktzinsen international auf Tiefständen verharren, kommt nicht von ungefähr: Die Zentralbanken manipulieren die Zinssätze künstlich herunter“, sagt Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Degussa Goldhandel.

Es gibt einen berühmten wissenschaftlichen Aufsatz, der die Grundideologie und das Scheitern der Fed-Politik präzise formuliert:

„Der übertriebene Kredit, den die Fed in die Wirtschaft pumpte, floss in den Aktienmarkt – und löste einen fantastischen spekulativen Aktienboom aus. Verspätet versuchten die Federal-Reserve-Beamten, die Überschussreserven abzusaugen, und es gelang ihnen schließlich, den Boom zu brechen. Aber es war zu spät: 1929 war das spekulative Ungleichgewicht so überwältigend, dass dieser Versuch einen scharfen Rückgang noch beschleunigte mit einem daraus folgenden Zusammenbruch des Geschäftsvertrauens. (…) Die Weltwirtschaft verfiel in die große Depression der 30er-Jahre.“

Weise Vorraussicht

Der Artikel stammt aus dem Jahr 1966. Der Autor ist: Alan Greenspan. Das war lange, bevor er an die Wall Street ging. Dennoch ist erstaunlich, dass Greenspan als Fed-Chef genau das betrieb, was er 1966 noch verteufelte: Niedrigstzinsen und eine ultralockere Geldpolitik. Nicht wenige Experten machen dieses Handeln mitverantwortlich für die Blasen, die im Jahr 2001 und 2008 platzten.

Völlig ignorierte er einen der wichtigsten Sätze seines Manifests für den Goldstandard: „Wenn die Erzeugung von Geld im Verhältnis zur Erzeugung von realen Gütern in der Wirtschaft zunimmt, müssen die Preise früher oder später steigen.“ Sprich, es gibt Inflation. Dabei ist – zumindest offiziell – die wichtigste Aufgabe der Fed: Preisstabilität.

 

Die Bank gewinnt

Doch wem nützt die Politik des billigen Geldes, das in schier grenzenlosem Umfang ständig geschaffen wird? Sie nützt dem Staat und den Banken, da sie sich billigst refinanzieren können. Sie stimuliert im Idealfall die Wirtschaft. Wenn auch nur vorübergehend. Auch das hilft den Banken. Denn sie verdienen ja auch an Konsumkrediten gutes Geld. Und sie befeuert die Kurse an den Kapitalmärkten. Was natürlich den Banken guttut – als ausführender Dienstleister für Anleger oder als Investor.

Wie in Las Vegas, so gilt auch an der Wall Street: Die Bank gewinnt immer. Und wenn das Kartenhaus mal wieder zusammenbricht, verlieren alle. Nur die Banken werden gerettet. Dafür haben sie ja schließlich die Fed.

Amtlich: Auch die Banken manipulieren

Und wenn es mal nicht läuft wie gewünscht, wird einfach getrickst und betrogen. Wer glaubt, Manipulation sei nur was für Notenbanker, dem seien die Ereignisse von 2012 und 2013 ins Gedächtnis gerufen: als aufflog, dass unzählige Großbanken aus Europa und den USA Kartelle bildeten und die Zinssätze von Libor und Euribor manipulierten.

Diese Referenzzinssätze sind die Basis unzähliger Finanzgeschäfte. Viele Unternehmenskredite sind an sie gekoppelt. Weltweit agierende und bekannte Institute wie die Deutsche Bank , UBS , Barclays  oder die Citigroup  mussten Milliarden an Bußgeldern bezahlen.

Quelle: http://www.focus.de/

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