Archiv für März, 2014

Es ist schwer zu glauben, aber die Femininsten sollten wissen, dass ihre Bewegung ursprünglich von der Rockefeller Foundation ins Leben gerufen und gesponsert wurde. Diese mächtigen Kräfte haben diverse Medien und Zeitschriften die ihnen gehören verwendet, um die feministische Idee unter die Frauen zu bring. Und es hat prima funktioniert.

Auch die CIA hat in den 60er Jahren diverse „linke“ Frauenzeitschriften gestartet und finanziert, wie eine Chefredaktorin jetzt zugeben hat. Warum würde das Grosskapital und die Geheimdienste, also der Machtapparat, das wollen wo es auf den ersten Blick gegen ihre Interessen wäre?

Nicholas Rockefeller sagte dazu folgendes: “Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.”

Der Feminismus maskiert sich als Bewegung für die Frauenrechte. In der Realität ist der Feminismus aber gegen die Frauen gerichtet, eine grausame Lüge, in dem ihnen erzählt wird, ihre natürlichen biologischen Instinkte sind „konstruiert“ worden um sie zu unterdrücken.

Wie kann aber die natürliche Rolle der Frau etwas schlechtes sein?

Tatsächlich ist der Feminismus von der Elite erfunden worden, ein bewusster sozialer Umbau, um beide Geschlechter zu neutralisieren, in dem man Frauen maskulin und Männer feminin macht. Dadurch werden Frauen gegen die Ehe und die Mutterschaft aufgehetzt und Männer finden keine Frauen mehr die eine Familie gründen wollen. Es wird ihnen eingeredet die „Karriere“ wäre wichtiger als die traditionelle Mutterrolle und die von der Elite kontrollierten Medien verbreiten diese Lügenbotschaft.

Die Rockefellers und Rothschilds haben den Feminismus erfunden um die Familie zu zerstören und um die Mann-Frau-Beziehung zu vergiften. Ein typischer Fall von Teile und Herrsche. Ihr Ziel ist es eine Bevölkerung von egoistischen Individuen zu schaffen, welche den idealen steuerbaren Konsumenten darstellen. Ausserdem wollen sie damit die Welt entvölkern, in dem immer weniger Kinder geboren werden. Und sie wollen eine einzige Weltregierung errichten, die alles bestimmt und kontrolliert.

Warum? Weil diese globale Geldelite meint sie sind Gott, da sie Geld mit ihren Zentralbanken aus dem Nichts schaffen können. Geld regiert die Welt ist ihr Motto. Damit und mit dem Zins und Zinseszins-System und der totalen Verschuldung versklaven sie die Menschheit.

Jeder der ihnen zu diesen Zielen im Weg steht wird vernichtet.

Quelle: Der Honigmann

 

 

 

Siehe dazu folgenden Artikel “Edward Bernays: Die Gehirnwäsche einer Nation” wo beschrieben wird, wie Frauen zum Rauchen gebracht wurden:

 

Ich will hier die Geschichte von Edward Bernays erzählen, den man den Vater des Marketing und des Public Relations nennt. Damit will ich zeigen, wie unsere Gesellschaft manipuliert und gesteuert wird, ohne dass wir merken was mit uns passiert.

Geboren in Wien am 22. November 1891 war er der Neffe von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Von seinem Onkel hatte er sehr viel über die Psyche des Menschen gelernt und er wendete dieses Wissen auf eine ganz neue Art an. Er entwickelte seine Kampagnen zur Meinungsmache auf Basis von Massenpsychologie. Bernays argumentierte: „Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppen-Denkens verstehen, ist es jetzt möglich, die Massen ohne deren Wissen nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern„.

In seinem bekannten Buch „Propaganda“, dass übrigens als Vorbild für Joseph Göbbels und seiner ganzen nationalsozialistischen Propaganda diente, schrieb er: „Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen, ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen grösstenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Grosse Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.

Wow, so eine offene und entlarvenrende Aussage vom Erfinder der Propaganda über wie man die Menschen manipuliert ist schon unglaublich.

Eines der effektivsten Experimente die Bernays gelungen ist und wodurch er seine Karriere in Amerika startete und damit berühmt wurde war, wie er die Frauen zum Rauchen brachte.

Wir schreiben das Jahr 1920 in New York. Für Frauen war bis dahin das Rauchen völlig tabu. Einer seiner ersten Kunden war Georg Hill, Präsident der American Tobacco Corporation, und er beauftragte Bernays dieses Tabu zu brechen. Er sagte: „Wir verlieren die Hälfte unseres Marktes, weil Männer ein Verbot für das Rauchen der Frauen in der Öffentlichkeit ausgesprochen haben. Können Sie etwas dagegen machen?“ Bernays sagte darauf: „Lassen Sie mich darüber nachdenken“. Und dann sagte er: „Darf ich einen Psychoanalytiker konsultieren, um heraus zu finden was Zigaretten für die Frauen bedeuten?“ Worauf er den bedeutendsten Psychoanalytiker der Zeit, Dr. A. Brill, anrief und um Hilfe bat. Für ein grosses Honorar sagte dieser dann Bernays, die Zigarette ist für die Frau ein Symbol des Penis und ein Zeichen von männlicher sexueller Potenz. Er sagte noch, wenn sie einen Weg finden die Zigarette und die Herausforderung der männlichen Macht miteinander zu verbinden, dann würden Frauen rauchen, weil sie dann einen eigenen Penis haben würden.

Jedes Jahr findet in New York am Ostermontag eine grosse Parade statt, wo tausende teilnehmen. Bernays entschied sich dort ein Ereignis zu inszenieren, um Dr. Brill’s Vorschlag in die Tat umzusetzen. Er überredete eine Gruppe von reichen Debütantinnen aus bester Gesellschaft, Zigaretten unter ihren Röcken zu verstecken, an der Parade teilzunehmen und bei einem Signal von ihm die Zigaretten auf dramatische Art und Weise anzuzünden und zu rauchen. Dann informierte Bernays die Presse und sagte, er hätte gehört eine Gruppe von Suffragetten würde eine Demonstration vorbereiten, in dem sie etwas anzünden würden, was sie „Fackeln der Freiheit“ nennen. Er wusste es würde einen Aufschrei geben und er wusste die Fotografen würden dort sein, um diesen Moment festzuhalten. Den passenden Slogan „Fackeln der Freiheit“ hatte er schon als Schlagzeile den Journalisten vordiktiert.

So, jetzt haben wir ein Symbol, junge Frauen die in der Öffentlichkeit rauchen, und auf der anderen Seite diesen Satz, mit dem jeder der für die Gleichberechtigung ist, die Frauen in der folgenden Debatte natürlich unterstützen muss. Wir haben hier Emotionen, eine erinnerungswerte Aktion und einen rationalen Spruch, alles zusammen.

Am nächsten Tag wurde über dieses inszenierte Ereignis nicht nur in den Zeitungen von New York berichtet, sondern überall in Amerika und auf der ganzen Welt. Von diesem Moment an gingen die Verkäufe der Zigaretten bei den Frauen in die Höhe und die Zigarettenindustrie war mit Bernays äusserst zufrieden. Er machte das Rauchen für die Frauen in der Gesellschaft mit einem symbolischen Akt akzeptable.

Was Bernays schaffte war die Vorstellung, dass wenn Frauen rauchen, dann wären sie stark und unabhängig, eine Idee die bis heute anhält. Er realisierte damit, dass es möglich war Menschen zu einem irrationalen Handeln zu bewegen, wenn man ein Produkt mit emotionalen Wünschen, Begierden und Gefühlen verbindet. Die Idee, dass das Rauchen die Frauen frei macht, ist selbstverständlich völlig irrational, aber es gab ihnen das Gefühl unabhängig zu sein. Tatsächlich ist ja das Gegenteil der Fall, weil man durch das Rauchen Nikotinsüchtig wird und dadurch abhängig und weniger frei ist. Aber der angewendete psychologische Trick bedeutete, dass irrelevante Objekte zu einem starken emotionalem Symbol verwandelt werden konnten, wie man damit in den Augen der anderen gesehen werden möchte. Was Bernays erkannte war, man verkauft nicht Produkte an den Intellekt, „Du musst dieses Auto kaufen weil es das Beste ist“, sondern „Du solltest dieses Auto haben weil Du Dich damit gut fühlst. Du brauchst diese Schuhe nicht, du fühlst dich besser mit diesen Schuhen.“ Er erfand die Vorstellung einer emotionalen Verbindung zu einem Produkt oder einer Dienstleistung.

Was Bernays erreichte war total faszinierend für die amerikanische Industrie, denn er bot ihnen die Lösung zu einem Problem an. Wovor sie nämlich grosse Angst nach dem I. WK hatten war die Überproduktion durch die Einführung des Fliessbandes. Es würde ein Punkt erreicht werden, wo zu viele Produkte auf dem Markt wären, die Menschen aber alles was sie benötigten bereits hätten und nichts mehr neues kaufen würden.

Bis 1920 wurden Produkte allgemein an die Massen auf der Basis von Notwendigkeit verkauft. Produkte wurden angepriesen, weil sie funktionell und langlebig waren. Das sorgte aber jetzt nicht mehr für genügend Absatz und es mussten neue Bedürfnisse geweckt werden. Die Industrie realisierte, sie müsste jetzt die Art und Weise wie die Öffentlichkeit über Produkte dachte verändern, sie mussten Amerika von einer Notwendigkeit- zu einer Begierde-Gesellschaft umgestalten. Die Menschen müssten trainiert werden neue Sachen zu wünschen, bevor die alten verbraucht oder abgenutzt waren, denn dann würden viel mehr Produkte gekauft werden und sich die Überproduktion erledigen. So schafften sie eine neue Mentalität in Amerika, welche die Begierden und Wünsche des Menschen, die Notwendigkeit des Menschen überschattete. Und der Mann im Zentrum dieses Wandels der Mentalität war Edward Bernays.

In meinem nächsten Artikel beschreibe ich wie Bernays und seine Ideen benutzt wurden, nicht nur den perfekten Konsumenten zu erschaffen, der dadurch zum völligen Egoisten, zum Sklaven seines eigenen Ich’s, seiner inneren Wünsche, Begierden und Gefühle wurde, weil er diese laufend mit immer neuen Produkten befriedigen musste, sondern auch wie die Mächtigen dadurch die Menschen allgemein manipuliert und gesteuert haben.
Edward Bernays: Die Konsumenten-Demokratie

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Edward Bernays: Die Gehirnwäsche einer Nation http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2007/04/edward-bernays-die-gehirnwsche-einer.html#ixzz2w6qTnBmV

Quelle: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2007/04/edward-bernays-die-gehirnwsche-einer.html

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) publiziert über ihren Landesverband Baden-Württemberg eine so genannte “Handreichung für Lehrkräfte“:

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 Titel: “Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule

Die Gewerkschaft unterstützt damit eine frühest mögliche “Sexualisierung” der Kinderund auf Seite 20 der Publikation findet sich
“Der heterosexuelle Fragebogen” mit 12 Fragen an das Kind.

  1. Woher, glaubst du, kommt deine Heterosexualität?
  2. Wann und warum hast du dich entschlossen, heterosexuell zu sein?
  3. Ist es möglich, dass deine Heterosexualität nur eine Phase ist und dass du diese Phase überwinden wirst?
  4. Ist es möglich, dass deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleichen Geschlechtes kommt?
  5. Wissen deine Eltern, dass du heterosexuell bist? Wissen es Deine Freundinnen und Freunde? Wie haben sie reagiert?
  6. Eine ungleich starke Mehrheit der Kinderbelästiger ist heterosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder heterosexuellen Lehrer/innen auszusetzen?
  7. Was machen Männer und Frauen denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo sie doch anatomisch so unterschiedlich sind?
  8. Obwohl die Gesellschaft die Ehe so stark unterstützt, steigt die Scheidungsraten immer mehr. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Heterosexuellen?
  9. Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko vonGeschlechtskrankheiten und Schwangerschaft einzugehen?
  10. In Anbetracht der Übervölkerung stellt sich folgende Frage: Wie könnte die Menschheit überleben, wenn alle heterosexuell wären?
  11. Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschocktherapie zu machen?
  12. Möchtest du, dass dein Kind heterosexuell ist, obwohl du die Probleme kennst, mit denen es konfrontiert würde?

Alle Freunde und Bekannten, denen ich das vorgelesen habe, haben gedacht, das wäre eine Parodie oder ein Fake. Ich bin dann mit Ihnen gemeinsam am PC zur Website der Gewerkschaft gesurft und habe das PDF runter geladen.

Erst jetzt haben sie geglaubt, dass es sich nicht um einen schlechten Scherz handelt und reagierten höchst verwirrt. Die Gewerkschaft meint das alles vollkommen ernst! 
Man beachte bitte speziell Punkt 11: Elektroschocktherapie gegen heterosexuelles Verhalten. Es ist die komplette Umkehrung der Norm geplant und sie wird in den Schulen dank solcher Machwerke an Kindern gelehrt. Es ist ein Trauerspiel und darüber sollten Sie Ihre treue Leserschaft einmal informieren. 

 

Quelle: Der Honigmann

Die indischen Naadi-Palmblattbibliotheken

Veröffentlicht: März 12, 2014 in Uncategorized
Ist das Schicksal eines jeden von uns bereits in den uralten Bibliotheken der Naadi niedergeschrieben? 
Das Ehepaar Donovan über eine Reise, die ihr Leben verändern sollte. Vor allem das des Skeptikers Andrew.

Wenn Ihnen jemand in einem fremden Land offenbaren würde, dass er Ihre persönliche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus auf Palmblättern in Sanskrit und Tamil verfassten Schriften lesen könne, würden Sie ihm glauben? Mein Ehemann tat das jedenfalls nicht. Im Jahr 2004 waren Andrew und ich zu einer Hochzeit in Kaschmir eingeladen. Das war keine einfache Entscheidung, denn wir leben in England, und Kaschmir liegt nicht gerade um die Ecke, wie man so sagt. Nachdem wir die Entscheidung fast schon zu lange aufgeschoben hatten, sagte Andrew plötzlich: „Komm, lass uns hinfliegen!“ Er war sich dessen so sicher, dass ich mich selbst sagen hörte: „Gut, wir sagen ihnen Bescheid und buchen die Flüge.“ Damit wurde der Synchronismus, den ich bei Andrews plötzlichem Sinneswandel in mir verspürt hatte, Wirklichkeit.

Kurz vor unserem Abflug erzählte mir dann ein Freund aus Los Angeles von den Naadi und wie tief sie Deepak Chopra mit einer „Lesung“ für ihn beeindruckt hatten. Obwohl ich noch nie von den Naadi gehört hatte, war ich sofort fasziniert und wollte sie unbedingt treffen, sollte sich während unseres Aufenthalts die Gelegenheit dazu bieten. Ich möchte nicht im Detail beschreiben, wie es dazu kam, aber letztlich veränderte diese Begegnung unser Leben. Für uns beide war es die Erfahrung unseres Lebens, und wie Andrew erklären wird, ist seither nichts mehr, wie es vorher war – vor allem nicht für ihn.

Angela Donovan

Andrews Geschichte

Es ist schon etwas beschämend, all den neugierigen, offenen und belesenen NEXUS-Lesern da draußen zu gestehen, dass Angelas und mein Leben (die wir doch genauso neugierig, offen und belesen sind) sich durch die Begegnung mit ein paar – genauer gesagt: zwei – alten Palmblättern grundlegend verändert hat. Die Blätter sprachen zu uns in einer fremden Sprache in einem Land, in dem wir noch nie gewesen waren, und zu einer Zeit, zu der wir nicht damit gerechnet hätten, dort zu sein.

In Angelas Fall war die Veränderung vielleicht nicht so dramatisch, vielmehr wurde sie positiv bestärkt; aber für mich war die Begegnung mit meinem persönlichen „Blatt“ eine schockierend enthüllende Erfahrung, auf die ich ganz und gar nicht vorbereitet war. Als Skeptiker, der ich war und in vielen Dingen auch immer noch bin, war ich in keiner Weise darauf vorbereitet, was mir die Naadi an jenem Tag zeigten: Den Beweis, dass das Schicksal meiner Seele vor unzähligen Jahren von jemandem, der mich auf gar keinen Fall kennen konnte, auf ein einziges Blatt, mein persönliches Blatt, geschrieben worden war.

Die Lesungen der Naadi-Palmblätter

Ja, in Indien gibt es Blätter, die all das tun können, und zwar tagtäglich für hunderte von Menschen auf dieselbe Art und Weise – und wie wir herausfanden, können sie noch vieles mehr. Denn es handelt sich nicht einfach nur um alte Blätter: Die Inschriften auf ihnen wurden vor tausenden von Jahren von verschiedenen großen indischen Rishis oder Weisen diktiert (in unserem Fall von Sri Kausika), und seitdem warteten sie (freiwillig) schlafend auf den genauen Zeitpunkt des vorherbestimmten Treffens mit der Person, zu der sie gehören.

Aber bevor man all das herausfinden kann, muss man sich erst auf die Suche machen. Angenommen, man hat jemanden gefunden, der ehrlich und vertrauenswürdig Naadi praktiziert – was bei weitem nicht einfach ist –, so gibt man ihm als erstes drei Daumenabdrücke: Männer benutzen dafür den rechten Daumen, Frauen den linken. Die Daumenabdrücke kommen in ein Register, das bereits voller solcher Abdrücke ist; jeder einzelne davon markiert den Beginn einer Reise zum Selbst. Dann unterschreibt man und versieht den Eintrag mit den allernotwendigsten Angaben, also dem Vornamen, Geschlecht, Datum und der Adresse oder Telefonnummer, unter der man erreichbar ist. Dann geht man wieder. Der Naadi-Vorleser braucht keine weiteren Informationen, wie zum Beispiel Staatsangehörigkeit, Beruf, Alter, Nachname und so weiter, und er wird einen sehr höflich hinausbegleiten.

Anschließend untersucht der Vorleser den Daumenabdruck nach besonderen Merkmalen: nach „Flecken“, „Wirbeln“ und anderen Mustern. Und obwohl jeder Fingerabdruck einzigartig ist, kann der Naadi-Vorleser aus Anzahl und Form der Wirbel einen von 108 Grundtypen oder „Kategorien“ bestimmen, die die ganze Menschheit abdecken. Der nächste Schritt besteht darin, die „Kategorie“ zu finden, in die der eigene Fingerabdruck passt – falls es denn eine passende gibt, denn dafür geben die Naadi keine Garantie.

Der Vorleser wird einen, auch dieses Mal sehr höflich, darüber informieren, dass ein beträchtlicher Teil der Weltbevölkerung nicht auf diese Weise gefunden werden kann. Auch wenn der Naadi-Vorleser sich nicht dafür interessiert oder fragt, aus welchem Land man kommt, welcher Religionsgemeinschaft man angehört oder woran man glaubt, welche Überzeugungen man hat oder welche Hautfarbe, ist er sich doch einer Sache voll und ganz sicher: Wessen Bestimmung es ist, zu ihm zu kommen und sein persönliches Blatt zu treffen, der wird kommen, denn „jeder, der in die Blätter sehen möchte, wird aus eigenem Antrieb zu ihnen gehen.“

Sogar wenn die eigene „Kategorie“ gefunden wird, kann es noch Stunden, Tage oder gar Monate dauern, dieses eine Blatt innerhalb der „Kategorie“ ausfindig zu machen, weil es etwas Zeit braucht, das Blatt unter den vielen anderen auszumachen – daher die „Kategorien“. Blätter mit ähnlichen Parametern, die den wichtigsten Merkmalen des eigenen Daumenabdrucks entsprechen, sind in Bündeln von je 100 Blättern zusammengebunden.

Der Vorleser wird einen dann, bewaffnet mit vier oder fünf solcher Bündel, wieder hereinrufen, in der Hoffnung, Blatt und Mensch wieder zu vereinen. Die Blätter werden so lange auf ihre Passgenauigkeit überprüft, bis das richtige gefunden ist oder die Bündel aufgebraucht sind; in diesem Fall fordern die Vorleser mehr Bündel aus den Archiven an und setzen die Suche zu einem späteren Zeitpunkt fort. Außerdem braucht man einen Übersetzer, weil die Naadi-Vorleser oft genauso wenig Englisch beherrschen wie wir Urdu, Telugu oder Sanskrit.

Ob Sie es glauben oder nicht – und sogar mir fällt es immer noch schwer daran zu glauben –, aber es liegt tatsächlich nicht an Ihnen oder an den Naadi-Vorlesern, ob Sie Ihr „Blatt“ treffen können oder nicht. So unglaublich es sich auch anhören mag: Es ist das „Blatt“, das über all die Jahrhunderte hinweg das genaue Datum und den genauen Zeitpunkt des Treffens bestimmt, und obwohl man nebenan sitzt und darauf wartet, es endlich zu treffen, könnte es sich nicht zeigen. Viele Suchende verlassen die Naadi mit ihrer „Kategorie“, aber ohne ihr Blatt, als habe es beschlossen, dass die „richtige Zeit“ noch nicht gekommen sei.

Die eigentliche Prüfung führt der Vorleser durch, der sich die auf dem Blatt in Sanskrit oder anderen Sprachen niedergeschriebenen Informationen bestätigen lässt. Das geht so: Er, beziehungsweise das Blatt, sagt zum Beispiel: „Du bist Brahmane.“ Oder: „Du hast zwei lebende Schwestern.“ Oder auch: „Du bist vor acht oder neun Monaten umgezogen.“ Diese Feststellungen soll man nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Das kann eine Weile dauern, denn mit jedem „Nein“ wird das jeweilige Blatt verworfen und der Vorleser geht zum nächsten über; bei einem „Ja“ bleibt er so lange bei dem Blatt, bis ein „Nein“ kommt; oder falls alle Antworten „Ja“ lauten, wird er nach einigen weiteren Bejahungen erfreut lächeln und sicher sein, dass es das gesuchte Blatt ist.

Glauben Sie mir, spätestens ab diesem Zeitpunkt wird es so richtig interessant. Denn bis dahin werden Sie ein Wechselbad der Gefühle durchlebt haben: Argwohn, Misstrauen, Unglaube, Überheblichkeit, Überraschung, Enttäuschung, Gelächter, Scham, Schuld, Faszination, Freude, Betroffenheit, Entsetzen, Traurigkeit, Kummer, Neid, Erkenntnis und äußerste Verblüffung – und das alles in knapp 40 Minuten. Zumindest war das bei mir so. Am Ende sitzt man schweißgebadet und atemlos da und starrt auf das mit winzigen Schriftzeichen bedeckte Palmblatt, das vor einem auf dem Tisch liegt, wohl wissend, dass all das, was vor wer weiß wie vielen Jahren auf das Blatt geschrieben wurde, einzig und allein von einem selbst handelt … Man sitzt der eigenen DNS gegenüber – nicht der von irgendjemand anderem – und noch verblüffender ist, dass man bis zu diesem Augenblick nicht das Geringste damit zu tun hatte oder überhaupt davon wusste.

In meinem Fall hatte mir das Blatt bis dahin genaue Auskunft gegeben über die Vornamen meiner Eltern, meinen familiären Hintergrund, die Geschichte meiner Kindheit, meine Ziele, Ausbildung, Abschlüsse, Beruf, Karriere, Wohnungen, Gesundheit, Besitztümer, Fähigkeiten, Partnerinnen, Kinder, Geburtstage, Krankheiten, Unfälle und so weiter – und jede Einzelheit stimmte und stand auf diesem Blatt. Die schiere Tiefe und Bandbreite der geheimen, persönlichen Dinge, die man nur selbst kennen kann und die so ein Blatt enthüllt, sind selbst für den bestausgebildetsten Vorleser oder raffiniertesten Lauscher zu privat, um sie erraten zu können. Beunruhigenderweise enthüllte meine Lesung auch ein paar Dinge, von denen nicht einmal Angela wusste, und niemand hätte sie je herausfinden können. Es sei denn, alles ist ganz genau so, wie die Naadi behaupten: Nämlich, dass es schon auf dem Blatt steht.

Wie viele Menschen falle ich nicht gleich auf die erstbeste Masche herein, die mir über den Weg läuft. Wenn aber etwas in dieser Größenordnung in weniger als einer Stunde geschieht, bringt es das eigene Weltbild gehörig durcheinander. Einfach gesagt widerspricht es allem, was man gelernt hat und womit man aufgewachsen ist, trotzdem hat man das alles eben mit eigenen Augen gesehen und jedem einzelnen Wort zugestimmt.

Und das ist noch nicht alles. Gerade wenn man denkt, man könne sich ins Hotel flüchten und einen starken Drink und eine Zigarette zu Gemüte führen, teilt einem der Vorleser mit, dass er etwa 40 Minuten für die Vorbereitung der „Vorhersagen“ und der „Heilmittel“ brauche. Denn nun, da das Blatt sich zu erkennen gegeben habe, könne es einem die Zukunft vorhersagen und über die Sünden aufklären, die man noch mit sich herumtrage … Man erschrickt. Sünden? Was für Sünden? Verblüfft, fassungslos und aufgewühlt sitzt man da. Was kann denn nach all den Wahrheiten, die einem das Blatt bereits verkündet hat, jetzt noch kommen? Die eigenen Sünden und auch die eigene Zukunft? Das ist zu viel …

Hier soll es genügen zu sagen, dass mir der Rest meines Lebens in Abschnitten von zwei Jahren bis „Anfang 80“ offenbart wurde, wobei jeder bedeutungsvolle Augenblick hervorgehoben wurde. Und obwohl sich das meiste davon erst noch bewahrheiten muss, traten die drei kritischen Ereignisse, die sich seither zutragen sollten, genau zu dem von meinem Blatt vorhergesagten Zeitpunkt ein.

Was meine „Sünden“ angeht, war ich überrascht, erschrocken und bekümmert über das, was mir das Blatt mitteilte: Denn obwohl ich geglaubt hatte, ich hätte keine, zeigte es genau die Punkte und Augenblicke auf, in denen ich mich nicht ehrlich und ehrenwert verhalten hatte, und ich wusste genau, dass das Blatt Recht hatte. Doch – Wunder über Wunder – auch dabei helfen einem die Naadi: Sie verfügen über „Heilmittel“, die die bestehenden Sünden auf einmal läutern können. Dies gilt vor allem für Puja, ein hinduistisches Ritual, das ich wärmstens empfehlen kann.

Obwohl ich immer noch ein Skeptiker bin: Wie könnte ich irgendetwas von all dem, was mir gesagt wurde, anzweifeln? Und all das nahm seinen Anfang mit drei schlichten Daumenabdrücken, meinem Vornamen und meinem Geschlecht. Es ist immer noch schwer zu glauben.

Mündliche und schriftliche Überlieferungen in Indien

Einige wird es sicherlich interessieren, dass die Philosophie hinter den Blättern auf den Naadi Granthas beruht, einer Sammlung von hochstrukturierten Manuskripten, die jeweils aus 16 bis 24 Kapiteln oder Kandams bestehen. Die Anzahl der Kapitel hängt davon ab, an welchen Naadi-Astrologen man sich wendet. Jeder der ursprünglichen Sapta Rishis, also der Sieben Weisen (Agasthya, Kausika, Vyasa, Bohra, Bhrigu, Vasishtha und Valmiki), die angeblich vor mehreren tausend Jahren die ersten Blätter beschrieben haben, hat seine eigene Gefolgschaft. (Die Namen sind von Quelle zu Quelle verschieden. Es wird zum Beispiel auch von Athri, Parasara, Jaya-Muni, Bhujandar, Vidura und Narada gesprochen.)

Jedes Grantha behandelt ein bestimmtes Thema: Das Satya Naadi handelt zum Beispiel vom Leben der Großen und Guten, den wahrhaft bedeutenden und weltbekannten Persönlichkeiten auf allen Gebieten, wohingegen sich das Kaka Bhujandar Naadi ausschließlich auf zukünftige Ereignisse der Weltgeschichte konzentriert.

Offenbar gibt es dabei zwei Arten von Naadi-Astrologie: Das Tantra-Naadi, das Horoskope verwendet, und das Mantra-Naadi, das sich auf ein paar wenige Fragen und Antworten stützt, aus denen der Naadi-Vorleser schließlich seine Vorhersagen ableitet. Unsere Lesungen bestanden aus beiden Elementen: Aus intensiven Befragungen, damit unsere Blätter gefunden werden konnten, die dann um auf Geburtsdatum und -zeit basierende Horoskope ergänzt wurden.

Jedes Kandam beziehungsweise Kapitel bezieht sich auf einen bestimmten Aspekt des weltlichen und geistigen Lebens einer Person. Wir wurden durch alle 16 Kapitel des Kausika Naadi geführt, das von unseren Naadi-Astrologen praktiziert wurde: Die Kandams 1 bis 12 begannen mit den „Lesungen“ und führten bis zu den Vorhersagen, wohingegen die Kandams 13 bis 16 jegliche „Heilmittel“ für unsere Sünden behandelten.

Natürlich interessierte uns auch, wie alt wohl die Blätter und somit auch die Inschriften sein können, also forschten wir nach. Indien hat seit jeher eine starke mündliche Tradition. Seit frühester Zeit wurde „Wissen“ mündlich vom Guru an den Schüler weitergegeben, von Zeitalter zu Zeitalter, von Generation zu Generation. Vielleicht lassen sich deshalb keine indischen Gegenstücke zu Euklid, Archimedes, Pythagoras oder Herodot finden, weil die Rishis – die höchsten brahmanischen Priester – dieses Wissen eifersüchtig hüteten und nur mit den vielversprechendsten Eingeweihten teilten, um die Macht in ihren eigenen Reihen zu behalten.

Das änderte sich mit der Veröffentlichung der Veden, den vier Büchern, die sich mit der Schöpfung, dem Universum und den Göttern beschäftigen. Darauf folgten die Upanishaden und das Mahabharata sowie die Bhagavad Gita, die alle zwischen 1000 vor und 200 nach Christus verfasst wurden. Durch diese großartigen Werke wurden das geschriebene Wort und, wichtiger noch, die dahinterstehenden Weltanschauungen und Informationen mehr Menschen zugänglich gemacht, auch wenn es sich dabei noch hauptsächlich um die oberen Kasten der indischen Gesellschaft handelte.

Nun, da die Vorherrschaft der mündlichen Überlieferung gebrochen war, zeichneten Mönche und Schreiber Indiens wissenschaftliches, literarisches und kulturelles Erbe auf Palmblättern sowohl in Tamil als auch in Sanskrit auf, den wichtigsten klassischen Sprachen Indiens. Allein die Abhandlungen auf Tamil decken eine außerordentlich beeindruckende Vielfalt an Themen ab: Akupunktur, Anatomie, Architektur, Astrologie, Astronomie, Ayurveda, Bildhauerei, Dichtkunst, Kampfkünste, Landwirtschaft, Liebeslieder, Mathematik, Metallverarbeitung, Musik, Rezepte, Schiffsbau, Schreibtechniken, Tempelkunst und -architektur, Theater, Tierheilkunde, Tierzucht, Yoga und Zimmermannshandwerk. Das sind fast alle Bereiche der tamilischen Kunst, Kultur, Sprache, Literatur und Wissenschaft dieser Zeit – wirklich umfangreich.

Obschon die Zeitspanne (1.200 Jahre), in der diese Werke geschrieben wurden, beeindruckend ist, nimmt sie sich klein aus im Vergleich zu der Zeit, die vergangen ist, seit Sri Kausika von seinem Lehrer, Gott Shiva, die Details aus unseren Leben mitgeteilt wurden, was angeblich schon 2.000 bis 4.000 Jahre früher, nämlich vor ungefähr 5.000 Jahren geschehen sein soll.

Unmöglich, könnte man meinen: Kein Blatt kann eine so lange Zeit unversehrt überstehen. Das stimmt natürlich. Aber es liegen Welten zwischen dem Alter der Blätter und dem der darauf geschriebenen Wörter.

Aufbereitung und Schutz der Palmblätter

Das alte Schrifttum nutzte vielerlei Medien: Höhlenwände, Steintafeln, Tierhäute, Birkenrinde, Kupferrollen, Tontafeln, Papyrus. Aber bevor wir nach Indien kamen, hatte ich noch nie davon gehört, dass man auch auf Palmblätter schrieb. Zu meiner Schande musste ich feststellen, dass Palmblätter von der Antike bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein natürliches Schriftmedium nicht nur in Indien und Sri Lanka waren, sondern auch in Malaysia, Burma, Thailand, Laos, Nepal, Kambodscha und Indonesien, wobei jedes Land die „Blätter“ entsprechend seiner eigenen aufstrebenden kulturellen Identität weiterentwickelte.

Als Kulturpflanze ist die Palme tatsächlich alt genug dafür: Die Dattelpalme zum Beispiel wurde in Mesopotamien und anderen Kulturen im Nahen Osten schon vor 5.000 Jahren kultiviert, und das aus gutem Grund. Die Einheimischen konnten fast alle Teile der Palme verwerten, um ihre Grundbedürfnisse zu decken: angefangen bei den Blättern, die Schatten spendeten und als Baumaterial dienten, über die Fasern, aus denen sie Taue, Möbelstücke, Kleidung und Netze fertigten, bis hin zu aus den Früchten gewonnenem Öl, Lebensmitteln, Medikamenten, Getränken und anderen Produkten, die das Überleben und den Lebensunterhalt garantierten. Und weil die Palme dort weit verbreitet war und von Natur aus auch noch schnell wuchs, waren die daraus hergestellten Produkte billig. Die Palme war so nützlich, dass sie in manchen Kulturen zum Symbol für Frieden, Fruchtbarkeit und Sieg wurde; und man hielt sie für so wichtig, dass sie sowohl im Alten Testament als auch im Koran erwähnt wird.

Vielleicht ist es deshalb doch nicht so ungewöhnlich, dass die Palme auch als Schriftmedium diente. Zwei Palmenarten eignen sich dafür besonders gut: die harte Palmyrapalme und die weichere, biegsamere Talipot-Palme. Da die dickeren Blätter der Palmyra anfällig für Insektenbefall sind, nutzte man sie hauptsächlich für Briefe und Notizen, während die weniger anfälligen, dafür aber dünneren Blätter der Talipot-Palme für die wichtigeren Verträge und Bücher vorbehalten waren – was reichlich seltsam anmutet, wenn man bedenkt, dass Fächer, Matten, Korbwaren, Schirme und andere Handwerkserzeugnisse, die die Touristen so gerne kaufen, meist aus Teilen der Talipot-Palme gefertigt sind.

Die Blätter wurden in der Folgezeit je nach Region unterschiedlich aufbereitet, dennoch waren sie immer zwischen 50 und 90 Millimetern dick, wodurch im Allgemeinen Größe und Format der Seite festgelegt waren. Einzig die Blätter längerer Manuskripte wurden nur an einer Ecke zusammengeheftet, damit mehr Seiten hineinpassten. Die Blätter wurden so lange bearbeitet, gerollt und gekocht, bis sie geschmeidig genug waren. Anschließend wurden sie gewaschen und getrocknet, bevor man sie „polierte“, indem man sie mit einem Stein über das Holz der Alstonia Scholaris rieb. Dann stanzte man in jedes Blatt zwei Löcher und fädelte eine Kordel hindurch; dann wurden die Blätter zu „Bündeln“ von 50 bis 100 Blättern zusammengebunden.

Als Schutz wurden an jedem Bündel vorne und hinten dünne Holzbrettchen angebracht. Nun musste nur noch darauf geachtet werden, dass alle Blätter die gleiche Größe hatten und vor Insektenbefall geschützt waren. Dazu presste man sie fest zusammen, schnitt einmal um den Stapel herum und sengte die Kanten mit einem heißen Werkzeug an, bevor man das ganze Bündel in eine hölzerne „Form“ legte und luftdicht versiegelte.

Je nach Wert und Bedeutung, die das „Buch“ für seinen Besitzer hatte, wurden die hölzernen Abdeckungen verziert, gleich ganz aus Elfenbein oder Ebenholz gefertigt oder mit Silber, Gold, Edelsteinen oder Halbedelsteinen, Lackarbeiten oder Perlmutt versehen, deren Gestaltung den Wünschen des Autors oder Kunden entsprach. Angelas und mein „Bündel“ waren nicht so extravagant – für uns genügten einfache hölzerne „Buchdeckel“. Doch auch unsere Blätter oder Ola waren mit der alten tamilischen Schrift*Vatta Ezhuttu beschrieben, bei der alle Buchstaben gleich groß und gleich breit sind und nicht durch Leerstellen oder Interpunktion unterbrochen werden, und die mit einem Ezhutani, einem spitzen Stift, ausgeführt wurde.

Indem man die Bündel regelmäßig mit Pfauenöl einrieb, was die Lebenszeit eines Blattes auf bis zu 300 bis 400 Jahre verlängern kann, wurden sie geschmeidig gehalten und gegen ihre „Feinde“ – Licht, Wetter, Verfärbung, Entfärbung, Insekten- oder Pilzbefall – geschützt. Trotzdem wurde es allgemein üblich, jedes zu stark verfärbte oder verfallene Blatt abzuschreiben und durch ein neues zu ersetzen, wie es beispielsweise zwischen dem 9. und 13. Jh. n. Chr. unter den Königen von Tanjore geschah. Sie verfügten, dass jedes verfallende oder sich zersetzende Blatt von eigens dafür angestellten Gelehrten abgeschrieben und erneuert werden müsse – ein Brauch, der seither von allen Folgedynastien und Völkern, die sich für die Blätter interessierten, beibehalten wurde.

Wenn man also seine Naadi-Lesung hat, sind die Blätter in dem Bündel nicht so alt, wie man vielleicht denkt; möglicherweise sind sie sogar ziemlich neu, aber ganz bestimmt nicht so alt wie die Worte, die auf ihnen stehen. Egal wie alt das Blatt ist, der Wortlaut darauf ist immer noch derselbe wie auf dem ersten Blatt, und jedes Zeichen und jede Silbe sind genauso geschrieben, wie Gott Shiva sie gesprochen hat.

Aus diesem Grund raten wir davon ab, eine solche Lesung im Internet oder per E-Mail durchführen zu lassen. Auch wenn dies auf vielen Seiten angeboten wird, ersetzen sie unserer Meinung nach keinesfalls die Erfahrung, den Vorleser persönlich zu treffen und sich Blatt für Blatt durch den ganzen außergewöhnlichen Ablauf zu arbeiten. Für eine Lesung im Internet muss man sein Wohnzimmer in Adelaide oder Des Moines zwar nicht verlassen. Aber mit ziemlicher Sicherheit verlangt der „Online-Naadi-Vorleser“ Vorkasse, und außerdem muss man einen Fragebogen mit vielen Informationen über sich selbst und die eigene Familie ausfüllen, damit er einem zu gegebener Zeit unter dem Vorwand, er müsse sichergehen, das richtige Blatt gefunden zu haben, ein paar genau dieser Informationen geben kann, nur um einen zu überzeugen … Gehen Sie solchen Angeboten nicht auf den Leim.

Die wahre Naadi-Philosophie erschließt sich nur den Eingeweihten, und nur Wenige können die alten Schriften in Sanskrit, Tamil, Telugu oder anderen Sprachen getreulich lesen und verfügen zugleich über das erforderliche Wissen, die nötige Genauigkeit und Integrität.

Ich weiß, es ist teuer: Aber wenn Sie selbst hinfahren, werden Sie verstehen, was ich meine. Man sollte dem Vorleser vor oder während der Lesung keine Informationen geben (die er ohnehin nicht erwartet); trotzdem erfährt man – genau wie ich – jede kleinste Einzelheit über sich selbst, auch Dinge, die man schon lange vergessen hat. Online geht das nicht.

Angelas Geschichte

Auch wenn Andrew wahrscheinlich sagen würde, dass er bei seinem „noch darüber nachdenkt“, war mein Lebensweg von Vornherein eine spirituelle Reise.

Ich habe die Welt schon immer als ein einziges großes Gemälde betrachtet, daher musste ich die Naadi zwangsläufig um eine „globale“ Lesung der bedeutenden Ereignisse bitten, die in den nächsten zehn bis elf Jahren stattfinden würden, also von 2007 bis 2018.

Dazu wurde ich durch den bekannten Astrologen Dr. B. V. Raman angeregt, der 1950 in The Astrological Magazine of India schrieb:

„Das Kaka Bhujandar Naadi behandelt Themen wie Astronomie, internationale Angelegenheiten, die spirituelle Erhebung der Menschheit und so viele andere Dinge, die die Menschen interessieren. Eine solche Literatur, die vor tausenden von Jahren entstanden ist und sich auf gegenwärtige und zukünftige internationale Probleme bezieht, muss man einfach bewundern.“

Dr. Raman gab auch einen Auszug aus einer Lesung aus dem frühen 20. Jahrhundert wieder:

„Der Einheimische wird in einer heiligen Stadt an der Küste des Ozeans geboren werden. Mit 20 Jahren wird er in ein fremdes Land gehen. Seine Mutter wird sterben, wenn er 22 Jahre alt ist, und er wird nicht da sein. Mit 13 Jahren wird er heiraten. Mit 32 wird er Anwalt sein. Er wird immer die Wahrheit sagen und ein reines Herz haben. Seine Gedanken, Worte und Taten werden eins sein. Bevor er 65 Jahre alt ist, wird er den König der Weißen treffen. Er wird für das Gute in der Welt fasten. Er wird über 70 Jahre alt werden.“

Das war ein Auszug aus Mahatma Gandhis Blatt!

Ich interessiere mich besonders für Blätter aus tamilischen Familien, die sehr begehrt sind, daher muss ich deren Einzelheiten erst noch aufzeichnen. Doch während meiner Nachforschungen stieß ich auf mehrere alte Bücher, die vor über 50 Jahren in Indien neu aufgelegt worden waren und sich mit dem Thema befassten. Daher war ich entschlossen, Naadi zu finden, die mehr darüber wussten und mir die Vorhersagen vorlesen würden. Doch mir war klar, dass es nicht einfach werden würde.

Nach der Art und Weise, wie die Blätter für Einzelpersonen geschrieben waren, war es nur logisch anzunehmen, dass die verschiedenen Regionen der Welt mit einer ähnlichen Technik „kategorisiert“ worden waren. Die Naadi erzählten uns von einer in Bereiche unterteilten Welt: „zwei Länder östlich von Indien“, „zwölf Länder westlich von Indien“, „ein Gebiet im Norden“ und so weiter, und sie benutzten auch dieselben planetarischen Aspekte für bestimmte Zeitpunkte in den Kandams, die wichtige Abhandlungen über die Wirtschaft, Kriege, Politik, Gesundheit und Ähnliches enthielten.

Dadurch und durch all die Lesungen, denen ich beigewohnt hatte oder von denen mir enge indische Freunde genauestens berichtet hatten, verstand ich, dass in der „Jetzt“-Zeit in der Welt eine große Veränderung und ein Wandel ansteht. Ich brachte daher alle Naadi-Lesungen, in die ich eingeweiht war, zusammen und kombinierte sie, um zu überprüfen, ob sie alle dieselben Schwierigkeiten für dieselben Zeiträume vorhersagten.

Und das habe ich herausgefunden: Basierend auf bestimmten zukünftigen Planetenkonstellationen zeigen die Berechnungen einen massiven – zunächst wirtschaftlichen, dann politischen und schließlich ökologischen – Umbruch, der die ganze Welt erfassen wird.

Enthüllungen der Naadi für die Welt

Es steht geschrieben, dass es 2008 einen wirtschaftlichen Zusammenbruch und politische Unruhen in zahlreichen Weltgegenden geben wird (und ich habe das beunruhigende Gefühl, dass es schon begonnen haben könnte, noch bevor Sie diesen Artikel lesen), und mehr und mehr Menschen scheinen sich dessen bewusst zu werden.

Es wird eine Zeit großer Gefahr geben, die von zwei kriegführenden Parteien ausgeht, die um die Vormachtstellung in drei Weltregionen kämpfen.

Die Umwelt wird sich durch einen von der Sonnenaktivität ausgelösten Klimawandel verändern. Die extremsten Ereignisse werden 2009 und von Ende 2010 bis 2013 stattfinden.

Asien wird stark darunter leiden, ebenso wie der Nahe Osten und die nördlichen Regionen.

Es wird zwei geologische Verschiebungen geben – vielleicht planetarische Polsprünge? –; bei beiden Ereignissen wird Wasser eine Rolle spielen.

Alle werden zusammenarbeiten, um den Menschen in den Ländern (darunter Indien) zu helfen, die im Jahr 2009 und danach darunter zu leiden haben.

Frieden und Ruhe sehen die Lesungen nicht vor 2018.

Ich dachte über diese Themen nach, und bei genauer Betrachtung finde ich, dass die Vergangenheit der Welt wirklich wesentlich schlimmer war als ihre Zukunft. Es gab nie Frieden auf Erden (zu jeder Zeit tobte irgendwo ein Krieg), und Vulkanausbrüche, Erdbeben und Überschwemmungen gab es auch schon immer mehr oder weniger regelmäßig, auch wenn es so aussieht, als ob sie seit kurzem häufiger und stärker auftreten. Und wenn man sich die Weltwirtschaft ansieht, so war sie in den letzten hundert Jahren eine einzige Achterbahnfahrt aus Zusammenbrüchen und Erholungen. Das ist also alles nichts Neues!

Was sich anscheinend aber doch geändert hat, ist, dass immer weniger von uns das glauben, was Politiker und Medien sagen. Es gibt ein wachsendes Bedürfnis nach echtem Wissen, das, gepaart mit unserer wachsenden Unruhe und unserem Unbehagen, dem Instinkt einer Mutter ähnelt, die „weiß“, dass ihrem Kind etwas passieren wird. Darin stimme ich mit den Naadi überein, egal, was Politiker und Medien sagen mögen. Ich glaube, dass die Sonne dabei den größten Einfluss auf unseren und die anderen Planeten ausüben wird, daher müssen wir lernen, unsere Lebens- und Denkweise in Bereiche auszudehnen, die wir uns jetzt noch nicht vorstellen können. Aber unser Selbsterhaltungstrieb ist so mächtig und erfindungsreich, dass ich nicht bezweifle, dass wir einen passenden Weg finden werden, um alle notwendigen Veränderungen in die Wege zu leiten.

Anmerkung des Herausgebers

Der Artikel basiert auf Angela und Andrew Donovans neuestem Buch „The Hidden Oracle Of India“ (O Books, 2008), in dem sie schildern, wie jeder seine eigene Naadi-Lesung suchen und finden kann.

* Nicht alles ist auf Tamil; je nach Region wurden andere Sprachen verwendet: Telugu, Pali, Singhalesisch, Sanskrit und, während der Kolonialzeit, sogar Englisch.

Quelle: http://www.nexus-magazin.de

 

Über unsere Zeit heißt es im Vishnu Purana (Das Leben oder die Taten des Gottes Vishnu, in der Hindu-Mytholoie Bewahrer der Schöpfung – Anm. Th. R.), von dem einige Abschnitte Bestandteil der Palmblattprophezeiungen sind:

„Die Herrscher, die auf der Erde regieren werden, werden gewalttätig sein; sie werden sich der Güter ihrer Untertanen bemächtigen. Die Kaste der Sklaven und der Kastenlosen wird die Oberhand gewinnen und allen befehlen. Ihr Leben wird kurz sein, unersättlich ihre Gier; Mitleid werden sie kaum kennen. Die Besitzenden werden Ackerbau und Handel aufgeben, sie werden selbst zu Sklaven werden
oder Berufe ausüben, die keine wirklichen Werte oder Güter schaffen.

Die Herrscher werden unter dem Vorwand von Sicherheit und Stabilität durch immer höhere Steuern und Abgaben ihre Untertanen plündern und ausrauben und das private Eigentum werden sie vernichten.

Die sittliche Gesundheit und das Gesetz werden Tag für Tag abnehmen, bis die Welt ganz verdorben sein und Gottlosigkeit unter den Menschen herrschen wird. Einziger Beweggrund für die Frömmigkeit wird die physische Gesundheit sein; einziges Band zwischen den Geschlechtern die Leidenschaft; einziger Weg zum Erfolg die Falschheit. Die Erde wird nur wegen ihrer materiellen Schätze verehrt werden.

Die Priestergewänder werden die Priestereigenschaften ersetzen. Eine einfache Waschung wird die Reinigung bedeuten, die Rasse wird unfähig sein, göttliche Geburten hervorzubringen.

Die Menschen werden fragen: Warum sollen wir uns noch an die überlieferten Schriften halten?
Die Hochzeiten werden kein Ritual mehr sein. Akte der Frömmigkeit, auch wenn sie noch geübt werden,
werden wirkungslos bleiben. Jede Lebensordnung wird unterschiedslos für alle gleich sein.

Der Besitzende, der das meiste Geld unter die Leute verteilen wird, wird über die Menschen herrschen,
denn das Ziel ihrer Wünsche ist Reichtum, gleichviel, ob rechtmäßig erworben oder nicht.

Jedermann wird sich für einen Weisen halten. Die Leute werden Angst haben vor Tod und Hungersnot; und nur deshalb werden sie eine rein äußerliche Religiosität und Ordnung bewahren.

Die Söhne und Töchter werden die Wünsche ihrer Eltern, Verwandten und Lebenspartner nicht mehr befolgen. Egoistisch, verworfen, lügnerisch und haltlos werden sie sein. Sie werden herabsinken zum Gegenstand sexueller Befriedigung.“

Soweit die Aussagen des Vishnu-Purana.

Für 2013 lauten die Vorhersagen des Palmblattmanuskriptes:
Im Bereich der Gesundheitspflege werden veraltete Therapieformen abgelöst. Alternative Erkenntnisse über die Gesunderhaltung und Pflege werden in die medizinische Ausbildung integriert. Dies geschieht jedoch nicht im Interesse der Kranken, sondern vor allem im Interesse derjenigen, die an diesen Entwicklungen Geld verdienen . Auch im Bildungssystem kommt es zu einschneidenden Veränderungen. Die Auflösung des bisherigen Schulsystems schreitet voran. Reformen bringen nicht die erwünschte Erfolge. Bildung wird in Europa, besonders in Deutschland und Österreich, mehr und mehr eine Frage des Geldes. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden von den Möglichkeiten einer umfassenden Bildung ausgeschlossen. Die Zahl derjenigen, die ohne einen Abschluß die Schule verlassen, wird größer, ebenso die Zahl derjenigen, welche nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können.

In Politik und Wirtschaft gibt es tiefgreifende Umwälzungen, wobei immer deutlicher wird, dass das Ziel der wahren Herrscher hinter den Regenten die weltweite vollkommende Kontrolle der Wirtschaft und Gesellschaft ist. Immer weniger Teile der Welt werden in der Lage sein, sich ihrem Herrschaftsanspruch zu entziehen.

Die äußeren Umstände begünstigen wirtschaftliche Erfolge. Neue Wirtschaftszweige im Bereich der Nutzung alternativer Energien und Antrieben und entstehen. Im Bereich der Steuern, Abgaben und Pensionen / Renten gibt es große Veränderungen zu Ungunsten der meisten davon betroffenen Menschen und weitere Einschnitte im sozialen Bereich. Es wird in Deutschland und Österreich über ein Einkommen ohne Arbeit beraten werden (sog. „bedingungsloses Grundeinkommen“ – Anm. Th. R.). Veränderungen im Finanzsystem bestehen vor allem in einer stärkeren Kontrolle durch den Staat. Diese Maßnahmen dienen vorrangig dazu, um in diesen bewegten Zeiten die einfachen Menschen zu beruhigen, da gleichzeitig die Höhe der Renten und der Zuwendungen für Bedürftige sinken wird.

Mit ehrlicher Arbeit ( in der sog. „Realwirtschaft“ – Anm. Thomas Ritter) wird sich wieder besseres Geld verdienen lassen, da diese Tätigkeiten dem Volke dienen. Eine langsame, dafür aber langfristige wirtschaftliche Erholung vor allem in Zentraleuropa zeichnet sich ab. Im Süden, Südosten und äußerstem Westen Europas hingegen verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Menschen weiter. Viele suchen daher ein besseres Leben in anderen Ländern. Es wird eine weitere Auflösung der Finanzsysteme und Gesellschaften dieser Länder geben. Die Finanzwirtschaft wird weiter große Verluste verzeichnen. Edle Metalle sowie Grund und Boden sind gefragt wie selten zuvor.

Für Amerika (die USA – Anm. Th. R.) besteht eine geringe Chance, den Zusammenbruch Ihrer Finanzwirtschaft im Herbst 2012 zu verhindern, oder zumindest hinauszuziehen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es dem bisherigen Regenten der Staaten gelingt, für weitere Jahre an der Macht zu bleiben. Der Zerfall des amerikanischen Finanzsystems wird sich dann bis 2018 hinziehen. Diese Situation wird die Gesellschaft in große Unordnung bringen. Zahlreiche Geschäfte und Fabriken, aber auch Banken werden schließen müssen, viele Menschen ihre Arbeit und ihre Existenzgrundlage verlieren. Es wird zu Plünderungen und Unruhen vor allem in den Großstädten kommen, bewaffnete Plünderer werden die Straßen unsicher machen. Bei den Unruhen kommen viele Menschen zu Tode.

Im Jahr 2013 werden sich die Beziehungen Europas und Amerikas zu den Ländern in Nordafrika und dem Orient verschlechtern. In Syrien kommt es weiterhin zu schweren Konflikten. Die Unruhen in den übrigen arabischen Ländern werden noch zunehmen. Ein militärisches Eingreifen der Amerikaner ist möglich, da sie hoffen, durch kriegerische Handlungen von der Schwäche ihrer Gesellschaft abzulenken, und ihre schlechte Wirtschaftslage zu verbessern. Besonders im Jemen, aber auch in Ägypten wird es weitere Unruhen und Aufstände geben. Auch am Khyberpaß (Afghanistan, Anm. Th. R.) und am Oberlauf des Indus (Pakistan? – Anm. Th. R.) verschlechtert sich die Lage der Verbündeten. Anschläge und Aufstände sorgen für ständige Unsicherheit. Niemand vertraut mehr den Fremden. Viele wollen sie aus der Heimat jagen oder sie tot sehen .

Außerdem werden die Herrscher hinter den Regenten versuchen, Unruhen gegen den neuen, alten Regenten Rußlands anzuzetteln. Dieser wird hart durchgreifen, und seine Stellung dadurch festigen, wenn dies auch die Beziehungen zu Europa und Amerika kurzfristig verschlechtert. Auch gegen den Iran werden sich die Taten Hintergrundherrscher vor allem im Jahr 2013 richten. Hier besteht die Möglichkeit für militärische Aktionen bis zum Rande eines militärischen Konfliktes. Auch Korea wird in den Jahren 2013 und 2014 militärisches Kräftemessen zwischen dem Norden und dem Süden und Unruhen im Süden sehen.

Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 zeichnet sich ab, dass jenes System von Politik und Wirtschaft, in welches inzwischen die meisten Völker Europas eingebunden sind, keine Zukunft hat. Diese Gemeinschaft hat sich längst verselbständigt, ist zum Selbstzweck geworden und dient schon lange nicht mehr den Menschen in den Ländern, die Mitglied dieser Gemeinschaft sind. Die Einrichtungen der Union, ihre Gesetze und ihre Macht sind nur noch Werkzeuge der wirtschaftlich und gesellschaftlich Mächtigen, die damit ihre Ziele durchsetzen. Besonders leiden die Menschen der Länder im Süden und äußersten Westen der Gemeinschaft unter diesem Zustand. So ist ein Auseinanderbrechen der Gemeinschaft unvermeidlich. Ab dem Jahr 2013 werden zunächst Griechenland, dann Spanien und auch Italien die Gemeinschaft verlassen. Der Zerfall des Systems setzt sich in den folgenden Jahren des allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verfalls bis 2017 nach westlicher Zeitrechnung fort. Eine verkleinerte Union, bestehend aus Frankreich, Finnland, Deutschland und Österreich, unterstützt durch Länder aus dem Norden (Skandinavien – Anm. Th. R.) , dem Osten (möglicherweise Rußland oder China – Anm. Th. R.) und der Schweiz, wird den Zerfall des Systems jedoch überstehen, und in den kommenden Jahrzehnten zur Keimzelle einer neuen Ordnung in Europa und Asien werden. In Deutschland und Österreich wird es vor allem 2013 und 2014 viele Arbeitslose geben. Den Menschen wird es sehr schwer fallen, ihren gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Ressourcen werden weltweit knapp. Die Schweiz wird sich weiterhin neutral verhalten. Daher wird es diesem Land in den nächsten Jahren wirtschaftlich besser gehen als den meisten anderen europäischen Staaten.

In den europäischen Metropolen wird es Aufstände geben, die sich zum großen Teil auch gegen dort ansässige Ausländer richten werden. Besonders blutige Kämpfe werden sich in Paris und Rom, aber auch in Madrid, London, Prag und Budapest abspielen.

Mutter Erde wehrt sich gegen ihren Missbrauch – Vulkanausbrüche, Erdbeben, aber auch Wirbelstürme, Starkregen, verbunden mit ausgedehnten Überschwemmungen und plötzlichen, intensiven Hitzwellen werden vermehrt auftreten, vor allem in Regionen, die bislang bereits von diesen Katastrophen betroffen waren. Besonders in der zweiten Hälfte des Monats März 2013 sowie zwischen der dritten Woche des Monats August und der ersten Woche des Monats September 2013 und dann noch einmal zwischen der dritten Dezemberwoche 2013 und der ersten Januarwoche 2014 ist mit Terroranschlägen, Störungen in der Energieversorgung und großen Risiken in der Finanzwelt zu rechnen.

In diesem Zeitraum besteht auch die Tendenz, dass sich einzelne Staaten aus dem Gefüge der Europäischen Union herauslösen. Konkret betrifft dies Griechenland, Portugal, Spanien und Italien. Die Mächtigen werden um jeden Preis versuchen, diese Entwicklungen zu verhindern, so dass es zu einem grundlegenden Veränderungsprozeß erst bis 2017 kommen wird.

Die Jahre 2012 und 2013 markieren den Wendepunkt eines langen Transformationsprozesses. Das Alte wird von nun an weichen, um einer neuen Gesellschaft Raum zu geben. Für die neuen Regenten, die bald in Europa zur Macht gelangen werden, sind dies logische Entwicklungen – für ihre Vorgänger muteten sie noch revolutionär an. In den kommenden Jahren soll ein gemeinsames öffentliches System entstehen, mit dem Europa durch gemeinsame Infrastrukturen in Verkehr, Bildung, Gesundheit und Wissenschaft weiter unter zentraler Macht vereint werden soll. Die einfachen Menschen stehen diesem Programm zunächst ablehnend gegenüber. Vor allem die Frage, wie dieses neue System bezahlt werden soll, führt zu einer großen Diskussion in ganz Europa. Zur Lösung dieses Problems werden die Regenten und Staaten unmittelbar Geld bei ihren Untertanen aufnehmen, um die Macht derer, die das Finanzsystem beherrschen, zu umgehen. Diese Ideen gehen insbesondere von Frankreich und Deutschland aus. Die Persönlichkeit des neuen französischen Regenten begünstigt diese Entwicklung. Er weiß, dass die Jahre von 2012 bis 2016 Geduld und Geschicklichkeit brauchen, um nicht nur seine Heimat, sondern auch die Verbündeten durch die Zeit der Unsicherheit und Gefahr zu führen.

Im Jahr 2013 beginnen sich weltweit neue Möglichkeiten der Energie- und Wasserversorgung durchzusetzen, da allmählich ein Umdenken in Bezug auf die Verwendung der Ressourcen unseres Planeten beginnt. Insbesondere Wasser und neue Energieformen bringen jetzt Verbesserungen.

Zu bestimmten Zeiten ist es im Jahr 2013 nicht gut, Neues zu beginnen oder große Wagnisse einzugehen. Diese Zeiten sind die letzte Februarwoche 2013 bis zur dritten Märzwoche 2013, die letzte Juniwoche 2013 bis zur letzten Juliwoche 2013 und die letzte Oktoberwoche bis zur zweiten Novemberwoche 2013.

Für 2014 konnten bislang folgende Aussagen des Palmblattmanuskriptes übersetzt werden:

In der Welt der Politik wird es in diesem Jahr sehr schwierig und kompliziert. Zu Beginn des Januar 2014 sowie zwischen Mitte April und Mitte Juni 2014 besteht die Möglichkeit großer Unruhen bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Situationen im Westen, Süden und der Mitte Europas. Vielen Menschen wird erst in dieser Zeit bewußt, wie sehr sie von den Veränderungen der vergangenen Jahre betroffen sind, und wie viel sie bereits verloren haben. Die Regenten versuchen dann, mit leeren Versprechungen dem Zorn der einfachen Menschen Einhalt zu gebieten. Zahlreiche neue Gesetze werden erlassen, um die Sicherheit der Herrschenden zu gewährleisten. Die sozialen Systeme der Länder Europas erreichen im ersten halben Jahr 2014 ihre Belastbarkeitsgrenze. Massive Kürzungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit und staatliche Versorgung werden vorgenommen. Renten und Pensionen werden ebenfalls stark unter diesen Kürzungen zu leiden haben. Auch werden im Verlauf der Jahre 2014 und 2015 die Herrschenden daran arbeiten, die Institutionen der einzelnen Staaten Europas nach und nach abzuschaffen, und sie durch eine zentrale Macht zu ersetzen. Die englischen Regenten werden sich äußerlich dieser Entwicklung widersetzen, sie insgeheim aber unterstützen.

Die Veränderungen und Umbrüche finden weltweit in einer neuen Intensität statt, der Transformations- und Wandlungsprozeß erfasst die ganze Welt zwischen Januar und April 2014. Hier eröffnen sich neue Möglichkeiten, die bestehenden Strukturen zu verändern oder zu beseitigen, um neuen Formen des Zusammenlebens den Weg zu bereiten. Die Herrschenden hinter den Regenten werden versuchen, wieder einmal als die Bringer des Neuen und die Bewahrer des Alten zu erscheinen. Über die Einführung einer weltweit gültigen Währung wird in diesem Zeitraum diskutiert werden, ebenfalls über die Einrichtung von Institutionen, welche öffentlich und legal weltweite Macht ausüben können.

Zu Problemen in der Wirtschaft und insbesondere der Technik kann es insbesondere zwischen der ersten Februarwoche 2014 und der ersten Märzwoche 2014 kommen, ebenso von der zweiten Juniwoche 2014 bis zur ersten Juliwoche 2014 und dann noch einmal von der zweiten Oktoberwoche 2014 bis zur dritten Oktoberwoche 2014. Verträge, die zu diesen Zeiten geschlossen werden, bringen nicht die gewünschten Ergebnisse und werden gebrochen. Gesetze, welche in diesen Zeiträumen erlassen werden, schaffen Unrecht.

Vom Januar bis zum Juni 2014 wird es weltweit immer wieder zu Wetterextremen, großen Trockenheiten, Stürmen, Flächenbränden und Überschwemmungen kommen. Die Erde wehrt sich einerseits durch Überfluß und anderseits durch Mangel an Wasser. Sie will den Menschen lehren, mit ihr liebevoll und verantwortungsbewusst umzugehen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 treten nicht mehr so starke Wetterunbilden und Naturkatastrophen auf. Allerdings kommt es insbesondere im Bereich der Wirtschaft, vor allem der Banken und Finanzen zu neuen schweren Beunruhigungen und Verwerfungen. Mit erheblichen Geldabwertungen und dem Zusammenbruch weiterer Währungssysteme ist zu rechnen, insbesondere im asiatischen Wirtschaftsraum. Auch die Menschen in Europa und Amerika werden erneut von diesen Problemen betroffen sein. Staatliche Kontrolle soll Abhilfe schaffen, wird jedoch von den Menschen als Willkür empfunden und löst – auch gewaltsame – Gegenwehr aus.

Für 2015 konnten bislang folgende Aspekte des Palmblattmanuskriptes übersetzt werden:

Die Entwicklungen der letzten Monate des Jahres 2014 setzen sich auch in der ersten Hälfte des Jahres 2015 fort. Ab Juli bis zum Oktober 2015 kommt es dann zu einer allgemeinen Beruhigung der politischen und wirtschaftlichen Lage. Neue wissenschaftliche Entdeckungen und technische Lösungen vermitteln den Menschen trügerische Zuversicht. Die Herrscher hinter den Regenten werden diese Situation erneut für ihren Versuch nutzen, um mittels des Geldes Macht über die gesamte Menschheit zu erlangen (möglicherweise als Einführung einer „Weltwährung“ zu verstehen – Anm. Th. R.). Dies wird dazu führen, dass die Menschen einander näher rücken. Neue Modelle des Zusammenlebens und Wirtschaftens finden nun größere Beachtung. Während in der zweiten Jahreshälfte weniger mit krisenhaften Situationen zu rechnen ist, bestehen Möglichkeiten für Unruhen und bewaffnete Auseinandersetzungen in der zweiten und dritten Woche des März 2015 sowie in der ersten bis dritten Juliwoche 2015. Diese Unruhen stellen das vorläufige Ende der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der Jahre 2012 bis 2015 dar. Viele Probleme werden sich auf überraschende Weise zwischen Mai und Juli 2015 lösen. Insbesondere neue technische Entwicklungen werden in dieser Zeit dazu führen, dass im Bereich der Mobilität und der Kommunikation große Veränderungen eintreten. Sie werden von den meisten Menschen als hilfreich und befreiend empfunden. Ab September 2015 ist wieder mit einer Mehrung des Wohlstandes, größerer Sicherheit im sozialen Bereich und Verbesserungen insbesondere im Export von Gütern aus der Mitte Europas zu rechnen.
Zu Problemen in der Wirtschaft und Technik kann es insbesondere zwischen der letzten Januarwoche und der zweiten Februarwoche 2015, von Mitte Mai bis Mitte Juni 2015 sowie von der dritten Septemberwoche bis zur zweiten Oktoberwoche 2015 kommen.

Im ersten halben Jahr und dann wieder im Dezember 2015 ist mit extremen Wetterphänomenen zu rechnen, insbesondere Überschwemmungen (erste Jahreshälfte – Anm. Th. R.) und hartem Winter, der bis Ende März 2016 andauern wird. Durch Wind, starken Regen und ungewöhnliche Wärme können im September und Oktober 2015 alte, überwunden geglaubte, aber auch neue, und bislang in Europa unbekannte Krankheiten auftreten – es besteht die Tendenz zu einer seuchenartigen Ausbreitung dieser Leiden. Im Zusammenhang damit werden sich auch alte Weltbilder sowie Religionen bis zum Juni 2016 grundlegend verändern, und vielleicht sogar auflösen. Die Struktur der großen Glaubensgemeinschaften in Europa, dem Orient und Asien erfährt tiefgreifende Veränderungen, die zu einer Annäherung der Religionen und einem friedlicheren Miteinander führen wird. In Amerika hingegen werden die Gläubigen auf alten Wahrheiten beharren. Dort kommt es zwischen August und September 2016 zu religiös motivierten bewaffneten Auseinandersetzungen.

In Mitteleuropa hingegen (insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Anm. Th. R. ) finden große Veränderungen bei der Versorgung von Alten und Kranken statt, die von vielen Betroffenen als gerecht angesehen werden. Ebenso werden neue Gesetze das Zusammenleben der Menschen regeln. Dies geschieht gegen Ende des Jahres.
Von April bis Ende Juni 2016 ist ebenfalls weltweit mit Verwüstungen durch sehr starke Regenfälle und Überschwemmungen zu rechnen, welche die Ausbreitung von Seuchen begünstigen. Es wird aber in jener Zeit auch Probleme mit neuen Medikamenten geben. Dies führt zu öffentlichen Diskussionen insbesondere in Deutschland und Österreich, wo sich die Hersteller dieser Medikamente und Ärzte für ihre Taten verantworten müssen.

Von Experimenten im Bereich der Biologie und Chemie gehen Gefahren für die ganze Menschheit aus. (Siehe dazu auch die seit 2006 bekannten Vorhersagen, welche an dieser Stelle noch einmal zitiert werden sollen:

„In den Jahren ab 2018 wird eine merkwürdige Krankheit in den USA aber auch in Europa und Asien Hunderttausende töten. Die Infizierten sind anfällig für jede an sich harmlose Krankheit, wie Erkältungen oder Infektionen selbst kleinster Wunden, die bei Ihnen jedoch schwerste Infektionen bis hin zum Tod hervorrufen können. Die Kräfte der Erkrankten schwinden sehr rasch, selten dauert es mehr als drei Tage bis zum Tod (Ganeshbabu Shastri nannte diese Krankheit in seinen Aufzeichnungen RISC – Rapid Immnun System Collaps – beschleunigter Zusammenbruch des körpereigenen Immunsystems – Anm. Th. R.). Die Sterblichkeitsrate unter den Infizierten ist sehr hoch. Erst nach Jahrzehnten, in der Zeit nach dem Jahr 2048, wird bekannt werden, dass es sich bei RISC um eine biologische Waffe handelte, die auf Betreiben einflussreicher Kreise der USA freigesetzt wurde, um dem Bevölkerungswachstum entgegenzuwirken“.

Ob die kommenden Jahre so verlaufen müssen, wie hier beschrieben, liegt in unser aller Hand. Die Akasha-Chronik, auf der die vorhersagen des Palmblattmanuskriptes beruhen, schreibt den Verlauf von Ereignissen nicht unausweichlich vor. Jeder Mensch ist durch die Kraft seiner Gedanken im Stande, aktiv auf diesen Prozeß einzuwirken. Angst, Panik oder das Festhalten am Althergebrachten in Anbetracht der bevorstehenden Veränderungen sind falsche Signale. Die Wendezeit, in der wir leben, hat nach den Aussagen der Rishis* nichts Erschreckendes an sich. Sie ist viel eher eine große Chance zur persönlichen Weiterentwicklung.

Oder, um es mit den Worten des Zukunftsforschers Alvin Toffler zu sagen:

„Die meisten Menschen, darunter viele Futurologen, begreifen die Zukunft lediglich als Fortsetzung der Gegenwart, wobei sie vergessen, daß Trends, wie mächtig sie auch erscheinen mögen, sich nicht nur linear weiterentwickeln. Sie erreichen Endpunkte, an denen sie gleichsam explodieren und neue Phänomene hervorbringen. Sie ändern die Richtung. Sie halten inne und beginnen von neuem. Vielleicht markiert die Biotechnologie, die Gentechnik, einen dieser Endpunkte. Denn schon bald, das ist abzusehen, wird nichts mehr so sein wie zuvor: Die Geschichte der Menschheit beginnt von neuem – auf einer anderen Ebene, wenngleich, wie anzunehmen ist, nicht für alle, weil dies auch eine Frage des Geldes sein wird. Schöne neue Welt? Spannend wird es auf jeden Fall!“

*Rishis: bedeutet wörtlich „Rasende“ oder besser „Seher“. Die Rishis waren die Heiligen des vedischen Zeitalters in Indien und gelten als die Schöpfer der geheimnisvollen Palmblattbibliotheken Asiens.. Das Sternbild „Großer Wagen“ steht mit seinen Sternen für die Sieben Rishis.

Im Zusammenhang mit Gesprächen über ein Trans­atlantisches Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA warnt die deutsche Geflügelwirtschaft davor, durch Öffnung des europäischen und deutschen Marktes für US-Importprodukte extrem ungleiche Standards in der Erzeugung von Geflügelfleisch und Eiern zuzulassen.

„Die hohen deutschen Erzeugungsstandards dürfen nicht durch den Import von US-Ware mit deutlich niedrigeren Standards ausgehebelt werden“, fordert Rainer Wendt, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und Vorsitzender des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger (BVH). Mit der Forderung reagiert Wendt auf eine Äußerung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der in der Tageszeitung „Die Welt“ bezüglich der in den USA üblichen Behandlung von Geflügelfleisch mit einem Chlorbad zitiert wird, der eine Standard sei „nicht besser oder schlechter als der andere, sondern nur anders“. Die deutschen Geflügelfleischerzeuger widersprechen dem und sehen die US-Praxis äußerst kritisch. „Ein solches Chemikalienbad für ein Naturprodukt wie Hähnchen- oder Putenfleisch ist in Deutschland undenkbar“, sagt Wendt. „Es darf kein chemisch behandeltes Geflügelfleisch aus den USA auf den deutschen oder europäischen Markt gelangen!“ Hier erwarte man die volle Unterstützung des Wirtschaftsministers. Unverständnis für die Haltung Röslers formuliert Wendt auch vor dem Hintergrund, dass sich das EU-Parlament letzte Woche gegen Importe von „Chlor-Hähnchen“ ausgesprochen hatte. Man müsse auf höchste Hygiene- und Sicherheitsstandards setzen wie es für die Geflügel¬fleischerzeugung in der EU und Deutschland selbstverständlich sei. Es sei nicht im Sinne des deutschen Verbrauchers, wenn die US-amerikanische Industrie durch die Endproduktbehandlung mit Chlor versuche, niedrigere Erzeugungsstandards und mangelnde Prozessqualität auszugleichen, kritisiert Wendt. Auch die deutsche Eierwirtschaft zeigt sich angesichts der zunehmenden Importe von Schaleneiern und Eiprodukten aus den USA sehr besorgt. Ein Unterlaufen deutscher Haltungsstandards stellt Dr. Bernd Diekmann fest, ZDG-Vizepräsident und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE). In den USA dominiere konventionelle Käfighaltung mit unter 500 cm2 pro Tier. „Die Politik muss endlich die Pflichtkennzeichnung von Herkunft und Haltungsform bei Eiprodukten und Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln einführen“, bekräftigt Diekmann eine Forderung des BDE. Verarbeitete Eier würden rund 50 % des Eierverbrauchs ausmachen. Bislang gilt die Kennzeichnungspflicht nur für Schaleneier. ZDG

http://www.dgs-magazin.de

 

Berlin (ots) – Im Zusammenhang mit den Gesprächen über ein mögliches Transatlantisches Freihandelsabkommen (TAFTA) zwischen der EU und den USA warnt die deutsche Geflügelwirtschaft davor, durch eine Öffnung des europäischen und deutschen Marktes für US-Importprodukte extrem ungleiche Standards in der Erzeugung von Geflügelfleisch und Eiern zuzulassen. „Die hohen deutschen Erzeugungsstandards dürfen nicht durch den Import von US-Ware mit deutlich niedrigeren Standards ausgehebelt werden“, fordert Rainer Wendt, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und Vorsitzender des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger (BVH). Mit dieser Forderung reagiert Wendt auf eine Äußerung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der in einem Artikel der Tageszeitung „Die Welt“ vom Montag dieser Woche in Bezug auf die in den USA anders als in Deutschland übliche chemische Behandlung von Geflügelfleisch mit einem Chlorbad mit der Bewertung zitiert wird, der eine Standard sei „nicht besser oder schlechter als der andere, sondern nur anders“.

Dieser Einschätzung widerspricht die deutsche Geflügelwirtschaft vehement: Äußerst kritisch sehen die deutschen Geflügelfleischerzeuger die in den USA gängige Praxis der Behandlung von Geflügelfleisch mit einem Chlorbad. „Ein solches Chemikalienbad für ein Naturprodukt wie Hähnchen- oder Putenfleisch ist in Deutschland absolut undenkbar, und das völlig zu Recht“, sagt Rainer Wendt. Entsprechend deutlich ist die deutsche Geflügelwirtschaft mit ihrer Forderung: „Es darf kein chemisch behandeltes Geflügelfleisch aus den USA auf den deutschen oder europäischen Markt gelangen, und hier erwarten wir auch die volle Unterstützung durch den deutschen Bundeswirtschaftsminister.“ Unverständnis für die Haltung Röslers formuliert der ZDG-Vizepräsident insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich auch das EU-Parlament in der vergangenen Woche klar gegen künftige Importe von „Chlor-Hähnchen“ ausgesprochen hatte. „Das ist die einzig richtige und vernünftige Lösung“, so Wendt, „zum Schutz der Verbraucher, aber auch zum Schutz der heimischen Erzeugung mit ihren hohen Standards.“

Man müsse auf höchste Hygiene- und Sicherheitsstandards innerhalb der gesamten Erzeugungskette nach dem Grundsatz der Prozessqualität setzen – wie es für die Geflügelfleischerzeugung in Deutschland und der EU selbstverständlich ist. Es sei daher absolut nicht im Sinne des deutschen Verbrauchers, wenn die US-amerikanische Industrie durch die Endproduktbehandlung mit Chemikalien versuche, niedrigere Erzeugungsstandards und mangelnde Prozessqualität auszugleichen, kritisiert Wendt. Die deutsche Geflügelwirtschaft setzt auch künftig auf natürlich produziertes und naturbelassenes Geflügelfleisch und bietet Handel und Verbrauchern heimische Geflügelfleischprodukte, zu erkennen an der „DDD“-Kennzeichnung für Schlupf, Aufzucht und Schlachtung in Deutschland.

Auch die deutsche Eierwirtschaft zeigt sich angesichts der zunehmenden Importe von Schaleneiern und Eiprodukten aus den USA sehr besorgt. Ein Unterlaufen deutscher Haltungsstandards stellt Dr. Bernd Diekmann fest, ZDG-Vizepräsident und Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE): „In den USA gelten für die Haltung von Legehennen deutlich niedrigere Standards als in Deutschland. In den USA dominiert die konventionelle Käfighaltung mit weniger als 500 Quadratzentimetern Fläche pro Tier.“ Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sei eine verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltungsform seit langem überfällig, fordert der BDE – und dies nicht allein für Eiprodukte wie Flüssigei oder Eipulver, sondern auch für Eier als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln. Immerhin machen verarbeitete Eier rund 50 Prozent des Eierverbrauchs aus. Diekmann: „Die Politik muss nun endlich die Pflichtkennzeichnung von Herkunft und Haltungsform bei Eiprodukten und Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln einführen.“ Bislang gilt diese Kennzeichnungspflicht nur für Schaleneier.

Pressekontakt:

ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Christiane von Alemann
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10117 Berlin
Tel. 030 288831-40 
Fax 030 288831-50
E-Mail: c.von-alemann@zdg-online.de 
Internet: www.zdg-online.de 

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EU-Kommission lehnt Transparenz über Agrar-Gentechnik ab – Kommissare Borg und Ciolos verschleiern entscheidende Kennzeichnungslücke – foodwatch fordert: Freihandelsabkommen mit USA muss lückenlose Gentechnik-Kennzeichnung enthalten

Die Europäische Kommission lehnt eine umfassende Transparenz über den Einsatz von Agrar-Gentechnik bei Lebensmitteln ab. Das geht aus einem Schreiben der Kommissare für Gesundheit und Verbraucherschutz, Tonio Borg und Dacian Ciolos, an die Verbraucherorganisation foodwatch hervor. Sie antworten damit auf eine E-Mail-Aktion unter www.foodwatch.de/aktion-gentechnik, über die fast 30.000 Verbraucher eine bessere Information über den Einsatz von Agrar-Gentechnik gefordert haben. Die beiden Kommissare sehen demnach keine Veranlassung, die bestehende Kennzeichnungslücke über Gentechnik in Tierfutter zu schließen. In der EU werden millionenfach Tierprodukte mit Hilfe von Agrar-Gentechnik hergestellt und verkauft, ohne dass dies für Verbraucher gekennzeichnet werden muss. foodwatch forderte die EU-Kommission deshalb auf, auch bei den Verhandlungen mit den USA über ein transatlantisches Freihandelsabkommen endlich auf einer lückenlosen Kennzeichnung von gentechnisch verändertem Tierfutter bei tierischen Produkten zu bestehen. Es reiche nicht aus, nur eine Verwässerung der bestehenden Kennzeichnungsvorschriften zu verhindern.

Die Kennzeichnungslücke beim Einsatz gentechnisch veränderten Futters entmündigt die Verbraucher Europas“, kritisierte Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch. „Obwohl fast 80 Prozent aller in der EU verwendeten gentechnisch veränderten Pflanzen in den Futtertrog wandern, erfahren die Bürger Europas darüber beim Einkauf tierischer Produkte meist nichts – und werden somit zu Zwangsunterstützern der Agrar-Gentechnik. Die EU-Kommission muss in den Verhandlungen mit den USA über ein Freihandelsabkommen durchsetzen, dass der Einsatz von Agrar-Gentechnik lückenlos für Verbraucher gekennzeichnet wird.

In den EU-Staaten muss der Einsatz gentechnischer Methoden bisher nur dann auf dem Etikett angegeben werden, wenn das Endprodukt selbst genveränderte Zutaten enthält. Haben jedoch Tiere genverändertes Futter erhalten, muss bei Fleisch, Milch, Eiern oder anderen Tierprodukten keinerlei Kennzeichnung erfolgen – Verbraucher haben daher keine Möglichkeit, sich durch ihre Produktauswahl bewusst für oder gegen Agrargentechnik zu entscheiden. In den USA sind die Regeln noch laxer: Hier müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel bisher überhaupt nicht gekennzeichnet werden.

In ihrem Brief an foodwatch betonen die Kommissare Borg und Ciolos zwar: „Die Kommission betrachtet es als notwendig, die Verbraucher exakt über das Vorhandensein zugelassener genveränderter Organismen in Lebensmittel und Tierfutter zu informieren, um ihnen sachkundige Kaufentscheidungen zu ermöglichen.“ Angesichts der entscheidenden Kennzeichnungslücke über den Einsatz von genverändertem Futter ist genau dies allerdings nicht möglich: Zwar muss Tierfutter gekennzeichnet werden, wenn es genveränderte Bestandteile enthält – Bauern und Lebensmittelhersteller müssen diese Information jedoch nicht an die Verbraucher weitergeben. Im Supermarkt fehlt deshalb auf Fleisch, Milch oder Eiern genau dieser Hinweis, der es Verbrauchern ermöglichen würde, eine bewusste Wahl zu treffen. Dennoch schreiben die Kommissare im krassen Widerspruch zur geltenden Rechtslage: „Die Gesetzgebung stellt sicher, dass Verbraucher umfassend über die Existenz von genveränderten Organismen in Lebensmitteln und Futter informiert werden.

foodwatch kritisiert die Antwort der EU-Kommissare als bewusste Täuschung der Verbraucher. „Es ist reine Augenwischerei, wenn die EU-Kommission behauptet, die Verbraucher könnten sich schon jetzt über genveränderte Futtermittel informieren! Das Gegenteil ist der Fall, und die Kommissare wissen das auch. Die EU verhöhnt die Informationsrechte der Konsumenten und redet Monsanto, Bayer Crop und Co. das Wort“, so Matthias Wolfschmidt.

 

 

Quelle: http://www.foodwatch.de

24.02.2014

 

Freihandel USA Europa TTIP: Offene Türen für Genfood, Hormonfleisch, Sozialdumping, Monsanto und andere US-Konzerne?
Das Das Transatlantische Freihandelsabkommen, (Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft TTIP) wird die demokratiegefährdende Macht der Konzerne verstärken. Es öffnet die europäischen Türen für Genfood, Hormonfleisch, Sozialdumping, geheime Schiedsgerichte, Monsanto und andere US-Konzerne. Konzerne die schon jetzt in Europa viel Geld verdienen, aber im Gegensatz zu Dir fast keine Steuern bezahlen, werden noch mächtiger.

Der Natur- und Umweltschutz arbeitet liebevoll am kleinen Detail, die Naturzerstörer arbeiten am großen Ganzen. Wenn wir uns jetzt nicht wehren, werden wir den ökologischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte zu verspielen.
Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

US-Präsident Obama, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso
haben schon im Februar 2013 in einer gemeinsamen Erklärung die Aufnahme von Verhandlungen über eine neue „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ angekündigt. „Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sind jetzt schon die weltweit größten und machen die Hälfte der Weltwirtschaft aus. Das entspricht ungefähr einer Billion Dollar an Waren und Dienstleistungen und fördert Millionen von Arbeitsplätzen“, betonten die drei Präsidenten. Die europäische und die US-Handelskammer drängt auf rasche Verständigung, obwohl der US-Geheimdienst NSA gezielt die Europäische Union ausspäht. Die Kommission und die US-Regierung haben im Juni mit den Verhandlungen begonnen um sie bis Ende 2014 abzuschließen. Im Hintergrund wird hektisch an der Vorbereitung des Abkommens gearbeitet, doch wo bleiben die lauten, kritischen Stimmen der großen Umweltverbände und NGO´s?

Füllen Sie eine Wurstpelle mit Sägespänen und schreiben Sie „Wachstum & Arbeitsplätze“ auf die Scheinwurst. Beinah jeder deutsche Politiker wird zubeißen. Ein einmaliger Fehlbiss wäre akzeptabel. Doch die Mehrzahl unsere PolitikerInnen ist scheinbar nicht lernfähig und wiederholt alte Fehler immer wieder. Die neue Wurst heißt „Freihandelsabkommen USA Europa“ und sie ist nicht mit Sägespänen gefüllt sondern mit Genfood, Hormonfleisch und Sozialdumping…

Die USA und Europa wollen die größte Freihandelszone der Welt schaffen
und alle Medien, die dem Mythos vom „unbegrenzten Wachstum begrenzter Systeme“ huldigen, jubeln. Doch Freihandel zwischen USA und Europa bedeutet auch offene Türen für Genfood, Hormonfleisch, noch unmenschlichere Arbeitsbedingungen und noch mehr Macht und Einfluss der Konzerne. Es geht um eine „Angleichung von Standards“ und das macht das Thema so problematisch, denn verbessert werden die Standards nicht. In der Europäischen Union wurden, auch auf Druck von Umweltbewegung und Gewerkschaften, in den letzten Jahrzehnten die Rechte von VerbraucherInnen und Verbrauchern zumindest zum Teil gestärkt. In den USA regiert die Wirtschaft noch stärker über die Politik als in Europa. Ein Freihandelsabkommen verstärkt das Risiko, dass Verbraucherrechte und Umweltnormen geschwächt oder wieder abgeschafft werden. Der WDR Rundfunkrat fürchtet fatale Folgen für Informationsfreiheit und Medienvielfalt in Europa. Wollen wir wirklich, dass unser europäisches Wirtschaftsmodell noch stärker als bisher an das Wirtschaftssystem der USA „angepasst“ wird? Freihandel kann und soll auch zur menschen- und umweltfeindlichen Deregulierung führen.
Auch die jetzt bekannt gewordene Spionagetätigkeiten des amerikanischen Geheimdienstes NSA gegen die Einrichtungen des Europäischen Union und anderer Staaten, wären ein Grund die Verhandlungen abzubrechen.

Kultur als Ware?
„Für Europa ist es entscheidend, Kultur nicht als reines Wirtschaftsgut zu betrachten, sondern unsere eigenen Kultur- und Medienprodukte, besonders auch bei der Online-Entwicklung, mit einem klugen regulatorischen Schutzniveau zu fördern, um die europäische kulturelle Vielfalt zukünftig zu sichern“, so Helga Trüpel, Mitglied des Kulturausschusses für die grüne EFA-Fraktion,

Auch Netzaktivisten
kritisieren eine Freihandelszone mit den USA. Die Forderung nach einem stärkeren Schutz von geistigem Eigentum lässt ähnliche Regelungen befürchten, die bereits bei ACTA für Kritik sorgten.

Freihandel bringt Genfood, Hormonfleisch & Sozialdumping
Der nach Weltherrschaft im Agrarbereich strebende US-Agrarkonzern Monsanto hat im Jahr 2013 alle ausstehenden Zulassungsanträge für den Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in der Europäischen Union zurück gezogen. Er kann seine wirtschaftlichen Interessen mit dem geplanten Freihandelsabkommen viel leichter und effektiver durchsetzen. Es besteht die große Gefahr, dass wir den mühsam erkämpften ökologischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte zu verspielen. Während die Umweltbewegung den großen Traum von der „Großen Ökologischen Transformation“ träumt, werden hinter den Kulissen die Weichen rückwärts gestellt. Die jetzt schon undemokratisch große Macht der Konzerne könnte noch wachsen und nicht nur Natur, Umwelt und Ernährung, sondern auch unsere Freiheit gefährden.

Geheime Schiedsgerichte im Konzernauftrag
Eines der problematischsten Kapitel des Freihandels sind die sogenannten Schiedsgerichte. Vor einem solchen Schiedsgericht kann ein Großkonzern, also der Investor, gegen einen Staat wegen „Benachteiligungen aller Art“ klagen. Ein Beispiel wäre es, wenn z.Bsp. Monsanto den „vollen Schutz“ der Investition, etwa durch neue Umweltgesetze oder durch ein Gentechnikverbot verletzt sehen würde. Verhandlungen vor dem Schiedsgericht sind selbstverständlich geheim. Politisch begründet wird dies alles damit, dass Investoren im Ausland vor „Enteignungen ohne angemessene Erstattung“ geschützt werden müssten. Solche geheim tagenden Schiedsgerichte geben den Konzernen eine ungeheure zusätzliche, undemokratische Macht und schaffen eine Art von unkontrollierbarer Geheimgerichtsbarkeit.

Eines sollte die Umweltbewegung den Politikern klar machen:
Ein Europa, das in Zukunft noch stärker als bisher von Wirtschaftsinteressen und Freihandel bestimmt wird, ein Europa, das immer weniger ein Europa der Menschen und Regionen ist, gefährdet sich selber. Wir wollen ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Europa der Menschen und nicht ein Europa der Konzerne und Umweltzerstörung. Umweltschutz, Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, eine europäische Energiewende, eine kleinbäuerliche, ökologische, gentechnikfreie Landwirtschaft und Verbraucherrechte schaffen Arbeitsplätze. Die europäischen Standards sollten gestärkt und nicht geschwächt werden.
Unnötige Zölle, bürokratische Hemmnisse und tatsächlich überflüssige Regularien können und sollen auch ohne Freihandelsabkommen abgebaut werden. Es ist erstaunlich, dass gerade viele Anhänger des transatlantischen Freihandels in Europa, über die KFZ-Maut die europäische Kleinstaaterei wieder einführen wollen.

Umweltbewegung, Soziale Bewegung und Gewerkschaften müssen das Thema Freihandel und die geplante „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ intensiv diskutieren und europäisch gemeinsam Stellung beziehen und gemeinsam und laut für demonstrieren. Zusammen müssen wir dafür sorgen, dass Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen in Europa nicht noch mehr als bisher auf dem Altar eines zutiefst zerstörerischen Freihandels und Neoliberalismus geopfert werden.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer, Kreisrat, Vizepräsident TRAS


Berlin (ots) – Mit einer Protestaktion in der Nähe des Pariser Platzes
hat das Bündnis UNFAIRhandelbar heute gegen das geplante „Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen (TTIP)“ zwischen der EU und den USA demonstriert. Darsteller mit Masken von US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel trieben „Handel“ miteinander, ein „Chlor-Brathühnchen“, eine Fracking-Giftspritze und ein Trojanisches Pferd sprangen dabei für die Verbraucher/innen dabei heraus. „Konzernvertreter“ in Businessanzügen rieben sich die Hände, während Bürgerinnen und Bürger mit Schildern und Sprechchören gegen den Handel zu Lasten des Umwelt- und Verbraucherschutzes demonstrierten.

Peter Fuchs, Geschäftsführer von PowerShift warnte: „US- und EU-Konzerne sollen mit dem Abkommen noch mehr Möglichkeiten erhalten, um vor intransparenten Schiedsgerichten gegen demokratische Entscheidungen zu klagen. Schon jetzt nutzt Vattenfall die europäische Energiecharta, um von Deutschland einen Schadensersatz von 3,7 Milliarden Euro für den Atomausstieg zu verlangen. Solche Sonder-Klagerechte der Konzerne außerhalb unseres Rechtssystems brauchen wir nicht! Auf keinen Fall dürfen sie per TTIP noch ausgeweitet werden.“

Claudia Baitinger, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nannte den Umgang mit gefährlichen Chemikalien als weiteres Beispiel: „Gegen mächtige Lobby-Interessen hat Europa die Registrierung und Evaluierung aller in Alltagsprodukten verwendeten Chemikalien und ein Auskunftsrecht der Verbraucher beschlossen. Damit können diese zum Beispiel gefährlichen Weichmachern im Spielzeug aus dem Weg gehen. TTIP würde diesen mühsam errungenen Fortschritt wieder zunichte machen.“

„Das Freihandelsabkommen mit den USA ist ein Trojanisches Pferd für Konzerninteressen“, sagte Maritta Strasser vom Kampagnennetzwerk Campact. „Der Umwelt- und Verbraucherschutz droht bei den intransparenten Geheimverhandlungen über das Abkommen auf der Strecke zu bleiben. Hormonbehandeltes Fleisch, Gentech-Lebensmittel und Chlor-Hühnchen könnten künftig auf unseren Tellern landen.“

Im Bündnis UNFAIRhandelbar haben sich 21 zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen geschlossen, um die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung über das Freihandelsabkommen kritisch zu begleiten.


 

Kritische Medienstimmen zum Thema: Freihandel USA Europa – Umwelt, Genfood, Hormonfleisch, Sozialdumping und US-Konzerne?

 

  • Ein Streitpunkt dürfte der Umweltschutz werden.
    „Ein Beispiel für die verschieden strengen Vorgaben sind die Chemikaliengesetze: In Europa ist die Umwelt recht gut vor zu viel Chemie geschützt. Das stark umweltschädliche Nonylphenol beispielsweise ist nur einer von vielen Stoffen, die hier verboten, In Amerika aber erlaubt sind. Bei anderen Chemikalien ist das ähnlich. Für die USA sind Europas strenge Naturschutzregeln ärgerlich – denn sie schränken aus ihrer Sicht den freien Handel mit Chemikalien ein.“ Quelle: WDR
  • Es gibt schlicht und einfach keine Gentechnik-Kennzeichnung in den USA.
    Der US-Landwirtschaftminister will sie nicht, und die mächtige Lebensmittel-Behörde FDA will sie auch nicht, und die Lebensmittelproduzenten natürlich erst recht nicht – aber den Konsumenten in Europa ist die Kennzeichnungspflicht für veränderte Lebensmittel sehr wichtig – immer wieder zeigen Studien, dass die Europäer kein genverändertes Essen wollen. Ihr jahrelanger Protest gegen Gentechnik auf den Feldern und Tellern war erfolgreich, in vielen europäischen Ländern wird kaum gen-verändertes Saatgut gesät und Lebensmittel mit gen-manipulierten Zutaten gelten als unverkäuflich – eben weil es eine Kennzeichnungspflicht gibt. (…) Zur Skepsis gibt es allen Grund: Als die EU von 1998 bis 2004 ein Moratorium, ein zeitlich begrenztes Verbot für Gensaatgut durchsetzten und Importe aus Amerika so verhinderten, klagten die USA dagegen vor dem WTO-Schiedsgericht – ein solches Verbot sei ein unbegründetes protektionistisches Handelshemmnis. Und bislang war es in Europa verboten, Schlachtfleisch anti-mikrobiell zu behandeln, wie in den USA üblich. Nun hat das US-Agrarministerium einen Antrag zu Zulassung von Milchsäure zur Fleischdesinfektion bei der europäischen Kommission eingereicht – mit Erfolg. Was muss der Konsument demnächst sonst noch schlucken? Darüber sollte die EU gründlich nachdenken!
    Quelle: Ein Kommentar auf WDR 5
  • Mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen wird von der Zeit angeprangert
    „Die EU verhandelt immer öfter Freihandelsabkommen. Die Details bleiben meist geheim. Selbst Abgeordnete müssen Informationen einklagen.“
  • Die Süddeutsche Zeitung befürchtet die fortschreitende Etablierung eines geheimen Rechtssystem im Zuge des Freihandelabkommens
    “ Der Investor ist unantastbar – Von Montag an sprechen USA und EU über ein Freihandesabkommen, das dem Bürger ein geheimes Rechtssystem beschert“ Fritz Glunk

    …Der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind die sogenannten Schiedsgerichte. Sie gibt’s in allen Freihandelsabkommen. Vor einem solchen Schiedsgericht kann der Investor gegen einen Staat wegen Benachteiligungen aller Art klagen; der umgekehrte Weg; Staat gegen Investor, ist nicht möglich….
    …Es geht immer um hohe Entschädigungssummen. Vattenfall zum Beispiel fühlte sich durch Umweltschutzgesetze beim Bau eines Kohlekraftwerks bei Hamburg beeinträchtigt. Das Energieunternehmen klagt 2009 gegen Deutschland, die Stadt nimmt die Auflagen zurück, Vattenfall kann bauen…
    …Auf den ersten Blick sieht es nach einem Verfahren in einem privatrechtlichen Streit aus. Das Urteil hat jedoch plötzlich öffentlich-rechtliche Wirkung: Es ist der öffentliche, mit Steuern finanzierte Haushalt, aus dem das Privatunternehmen die Entschädigung erhält. Eine Kontroll- oder Revisionsinstanz gibt es nicht. Mit anderen Worten: In einem Geheimprozess wird gegen den ahnungslosen Steuerzahler eine Strafe verhängt, ohne dass er weiß, wie sie zustande kam – eine perverse Public-Private-Partnership…
    …Alle Bestimmungen der TTIP (Anmerkung BUND: „Transatlantic Trade and Investement Partnership“) werden auf allen Regierungsebenen bindend sein, also für Bund, Länder und Gemeinden. Da fragt man sich: Hatten die Städte bei den Verhandlungen ein Wort mitzureden? Wissen sie, dass ihre kommunalen Wasserwerke in den Augen der TTIP-Verhandler Monopole sind? Die müssen natürlich abgeschafft und einem freien und gesunden Wettbewerb ausgesetzt werden. Wissen sie, dass eine kommunale Arbeitsbekämpfung durch Einkäufe in der Region die Diskriminierung ausländischer Investoren ist?…

  • Konstantin Wecker warnt
    vor dem geplanten internationalen Abkommen „TTIP-TAFTA“, das die nationale Gesetzgebung Konzerninteressen unterwerfen würde. Wieder ein massiver „postdemokratischer“ Angriff auf unsere Werte und unsere Freiheit, der wir entschlossen entgegentreten müssen.
    Quelle: magazin
  • Bald Chlorhähnchen aus Amerika?
    Mit Chlor desinfiziertes Hähnchenfleisch, geklonte Rinder und mehr gentechnisch veränderte Lebensmittel – all das drohe den europäischen Verbrauchern wegen des angestrebten Freihandelsabkommens der EU mit den USA.
    Quelle: TAZ

    Doch kein Chlorhähnchen aus Amerika?
    analysiert die TAZ und beschreibt die zuünftigen Gefahren des Freihandels
    Quelle: TAZ

  • „Mit der geplanten Marktöffnung für Produkte der amerikanischen Agrarindustrie sind alle Errungenschaften des europäischen Verbraucherschutzes in Gefahr.
    Dadurch drohen Klonfleisch, Hormonmilch, Chlorhühnchen und noch mehr Gentechniklebensmittel auf den Tellern zu landen. Das setzt auch die bäuerliche und qualitätsorientierte Landwirtschaft bei uns massiv unter Druck. Wir wollen durch so ein Abkommen nicht das dominierende rückständige und großindustrielle Agrarmodell der USA aufgezwängt bekommen. Vielmehr sind soziale und ökologische Standards zu schützen und weiterzuentwickeln.
    Chevron und andere Konzerne freuen sich schon auf das Investitionskapitel des geplanten Vertrages. Deutschland und die EU wollen solchen Konzernen Sonderrechte geben, mit denen diese vor geheimen Schiedsgerichten gegen gemeinwohlorientierte Politik klagen können. Das ist ein Skandal, denn elementare Grundsätze von Demokratie und Rechtsstaat werden mit Füßen getreten.“
    Quelle: Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
  • Weiterer Knackpunkt: Datenschutz
    „Und schließlich droht auch Streit über Datenschutzfragen. Denn in den USA sammeln spezielle Unternehmen hochsensible Daten – über Krankheiten oder Homosexualität etwa, ohne dass die Betroffenen zugestimmt hätten. Die Daten verkaufen die so genannten Data Broker dann zu Werbezwecken an die Pharmaindustrie etwa. Ein Milliardengeschäft, das die Amerikaner gern auch in Europa machen würden. Doch mit unseren Datenschutzstandards ist das nicht vereinbar: „Datenschutz ist in Europa ein Grundrecht“, sagt der EU-Parlamentarier Jan Philipp Albrecht (Grüne), der die gerade laufende Überarbeitung der Datenschutzvorschriften im Abgeordnetenhaus federführend betreut.“ Quelle: WDR
  • Die Frankfurter Rundschau hat massive Zweifel an den versprochenen Wachstumsimpulsen
    „Das Problem der US-EU-Freihandelszone ist bloß, dass es sie de facto schon gibt. Die durchschnittlichen Zölle im Handel zwischen den USA und der EU liegen laut EU-Kommission bei unter drei Prozent. Nicht umsonst heißt es in einer Analyse der Kommission, die USA und Europa pflegten bereits die „am engsten verwobene Wirtschaftsbeziehung der Welt“. Nur ein einziger Bereich ist jeweils mit deutlichen Hemmnissen versehen: Die Agrarwirtschaft. Ein nennenswerter Wachstumseffekt ist deshalb durch eine Freihandelszone nicht mehr zu erwarten – er wäre geradezu mickrig. Die deutschen Wirtschaftsverbände wissen das. Sie applaudieren aus prinzipiellen, marktliberalen Erwägungen zwar dem Vorhaben, rechnen aber nur mit minimalen Auswirkungen. So beziffert der Chemieverband VDI die durchschnittlichen Zölle im US-EU-Handel auf lediglich 2,25 Prozent. Es dürfte schwierig sein, bei dieser Belastung einen einzigen Geschäftsabschluss zu finden, der deshalb nicht zustande gekommen ist. Schon eine Lohnrunde in der deutschen Chemiebranche und erst recht kleine Schwankungen im Wechselkurs Dollar-Euro verändern die Handelsbedingungen deutlich stärker.“ Quelle: fr.online
  • Ein kluger und kritischer Kommentar zum Freihandel auf wdr 5
  • Deutschland profitiert weniger vom Freihandelsabkommen als alle anderen
    Der Vollständigkeit halber soll auch die neue Studie der (nicht gerade als kritisch bekannten) Bertelsmann-Stiftung nicht unerwähnt bleiben.
    „Durch den Wegfall von Zöllen und anderen Hemmnissen im Handel zwischen der EU und den USA erhöhe sich das reale Pro-Kopf-Einkommen in der Bundesrepublik langfristig um 4,7 Prozent.“
    Quelle: sueddeutsche.de
  • WDR-Rundfunkrat ist alarmiert über Entwicklung beim Freihandelsabkommen zwischen EU und USA: Die Ausnahme für Kultur und Audiovisuelles muss garantiert bleiben
    Mit großer Bestürzung reagiert der WDR-Rundfunkrat darauf, dass in den aktuellen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA die Grundlage für eine rechtliche Absicherung der Sonderstellung von Rundfunk und Kultur grundsätzlich in Frage gestellt wird. Der Rundfunkrat fordert, dass die bisher in den internationalen Handelsabkommen festgelegte Ausnahme für Kultur und Medien erhalten bleibt. „Medien sind kein reines Wirtschaftsgut, sondern Träger von kultureller Vielfalt in den europäischen Mitgliedsstaaten. Rundfunk darf nicht zur reinen Handelsware werden“, erklärte Ruth Hieronymi, Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats.

    Sollte dies nicht gelingen, hätte es fatale Folgen für Informationsfreiheit und Medienvielfalt. In Zusammenarbeit auch mit dem privaten Rundfunk in Deutschland muss alles getan werden, um die angemessene und notwendige rechtliche Sicherung für Rundfunk und Medien auch in Zukunft zu gewährleisten.

    In der Vergangenheit ist es vor allem mit Unterstützung der deutschen Bundesländer, der Bundesregierung, der französischen Regierung und des Europäischen Parlaments gelungen, Versuche vor allem der USA zur stärkeren Kommerzialisierung von Kultur und Medien abzuwehren. Jetzt aber sind die Voraussetzungen in sehr kurzer Zeit geändert worden. Die Wirtschaftsminister der Europäischen Union wollten ursprünglich am 17. und 18. April 2013 das Verhandlungsmandat beschließen, das keine Sonderstellung für Kultur und Medien vorsieht. Diese Entscheidung ist durch den Einsatz auf europäischer Ebene, auch des WDR, des Europäischen Parlaments und der Rundfunkveranstalter in Brüssel zunächst einmal verschoben worden. Die nächste Entscheidung der Wirtschaftsminister steht aber für den 14. Juni 2013 an. Der Vorschlag der Europäischen Kommission darf in seiner ursprünglichen Fassung nicht verabschiedet werden, sondern muss – wie in der Vergangenheit – eine generelle Ausnahme für Medien und Kultur beinhalten!

    Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats
    Appellhofplatz 1
    50667 Köln
    E-Mail: rundfunkratwdr.de



Freihandelsabkommen USA Europa: Genfood, Hormonfleisch, Umwelt, Sozialdumping und noch mehr Konzernmacht?

Freihandelsabkommen USA Europa: Genfood, Hormonfleisch, Sozialdumping und US-Konzerne?

Growth criticism and Growth – Unlimited growth destroys limited systems


„TTIP“ nein danke! – Transatlantische Partnerschaft geht anders

Positionspapier deutscher Nichtregierungsorganisationen zum geplanten Freihandels- & Investitionsabkommen EU – USA (TTIP)
Die Regierungen Europas und der USA planen das »transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen« (TTIP). BMW und Monsanto freuen sich; auch Deutsche Bank und JP Chase Morgan, BASF und Google, Bertelsmann und ExxonMobil. Doch brauchen die Menschen in Europa, den USA und im Rest der Welt wirklich einen großen, de-regulierten transatlantischen Markt? Eine Antwort auf die eigentlichen Fragen gibt TTIP nicht: Wie wollen wir leben? Was ist ‚gutes Leben‘ ohne die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt? Wie können wir in den ökologischen Grenzen des Planeten wirtschaften und dabei gute, fair bezahlte Arbeit sichern? Wie können wir Ernährungssouveränität für alle erreichen?

Schon jetzt stecken wir in ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen. Wir erleben viel zu wenig – nicht zu viel – Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz, Finanzmarktkontrolle. Wir erleben zu wenig − nicht zu viel − solidarisches Wirtschaften, Schutz kleinbäuerlicher und gemeinwohlorientierter (Land-)Wirtschaft sowie wirksamen Verbraucher-, Daten- und Rechtsschutz gegenüber den Geschäftsinteressen internationaler Konzerne.

Mit dem TTIP-Abkommen versprechen Wirtschaftsvertreter in der EU und den USA mehr Wachstum. Sie wollen mehr Handelsströme und mehr Marktfreiheit für Unternehmen. In der Realität kann das aber bedeuten: Gentechnik-Lebensmittel und Hormonfleisch landen ungekennzeichnet auf unseren Tellern. Das geplatzte ACTA-Abkommen zum Urheberrecht kommt durch die Hintertür erneut − Meinungsfreiheit und Datenschutz bleiben auf der Strecke. Nur die niedrigeren Verbraucherschutz- und Umweltstandards bleiben übrig. Bundesregierung und EU-Kommission setzen auf Geheimverhandlungen unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit und der Parlamente.

Wir wollen:

Demokratie und Transparenz: Statt Geheimverhandlungen braucht es eine breite öffentliche Diskussion um ein soziales und ökologisches Verhandlungsmandat auf beiden Seiten. Hierzu müssten umfassende und aktuelle Informationen und der vollständigen Einblick in alle Verhandlungsdokumente für die Öffentlichkeit und Parlamente gewährleistet sein. Zudem muss die Kommission eine umfassende Nachhaltigkeitsprüfung von unabhängiger Seite durchführen lassen.

Rechtschutz für Menschen – statt privilegierte Klagerechte für Konzerne: Wir lehnen es ab, dass US-Konzerne Klagerechte gegen europäische Umwelt- und Sozialgesetze bekommen. Die besonders von der EU geforderten Sonderklagerechte für Unternehmen im Rahmen so genannter Investor-Staat-Schiedsgerichtsbarkeit unterlaufen grundlegende Prinzipien des Rechtsstaats.

Kernprinzipien des Klima- und Umweltschutzes, so wie sie 1992 in Rio aufgestellt wurden, sind das Vorsorge- wie auch das Verursacherprinzip: Wenn von Produkten oder Technologien Risiken ausgehen können, dann müssen diese Risiken vorausschauend vermieden werden. Im TTIP aber sollen auf Druck von US-Exportinteressen bereits bestehende wie geplante Regeln, die diesen Prinzipien folgen, zum Handelshemmnis erklärt werden. Ein besonderer Dorn im Auge der US-Lobbygruppen sind v.a. die in ihren Augen zu langsame Zulassung und die Kennzeichnung von Gentechnik-Lebensmitteln in Europa und die europäischen Nachhaltigkeitsstandards von Biokraftstoffen. Aber auch die Weiterentwicklung der EU-Chemikalienrichtlinie REACH und der EURO-Norm für Auto-Emissionswerte wie auch die EU-Strategie zur Begrenzung der von Kunststoffe ausgehenden Umweltgefahren laufen den US-Exportinteressen zuwider. Auch für neue Technologien muss das Vorsorgeprinzip gelten, etwa für die gefährliche Gewinnung von Gas mit Fracking. Wir brauchen eine klima- und ressourcenschonendere und gerechtere Wirtschaftsweise auf beiden Seiten des Atlantiks. Die niedrigsten Standards dürfen nicht zur Richtschur werden. Verbote sind dafür genauso erforderlich wie Steuern und Zölle für besonders schädliche Verfahren. Das ist mit der TTIP-Freihandelslogik nicht zu vereinbaren.

Kleinbäuerliche und ökologischere Landwirtschaft schützen: Bauern und Verbrauchern in Europa bringt TTIP keine Vorteile. In den USA ist der Verzehr von Klon- und Hormonfleisch sowie von Milch von mit gentechnisch erzeugten Wachstumshormonen gedopten Turbo-Kühen erlaubt. Geflügelfleisch wird mit Chlor behandelt, für gentechnisch veränderte Pflanzen gibt es weder ein durchgängiges, stringentes Zulassungsverfahren noch eine Kennzeichnungspflicht. Gentechnisch veränderter Lachs steht vor der Zulassung. Alles das wäre dann auch in Europa erlaubt. Auch das Patent- und Haftungsrecht unterscheidet sich in beiden Handelszonen an vielen Stellen. TTIP öffnet die Türen für Agrar-Exportschlachten zu Dumpingpreisen. Europäische Bauern gerieten unter noch mehr Wettbewerbsdruck. US-Exporteure würden verstärkt mit Soja und Milchprodukten auf den EU-Markt drängen und unsere Bemühungen, Soja durch einheimische Futterpflanzen zu ersetzen, unterlaufen. Statt noch mehr „Wachsen oder Weichen“ brauchen wir den Schutz kleinbäuerlicher und ökologischer Landwirtschaft.

Hohe Verbraucher- und Gesundheitsstandards: Die strengeren europäischen Standards müssen Grundlage aller Verhandlungen sein. Zudem ist eine umfassende Kennzeichnungspflicht zwingend – auch für verarbeitete Produkte.

Arbeits- und Menschenrechte durch klare und durchsetzbare Regelungen verbindlich schützen: Der Öffentlichkeit wird TTIP als Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen verkauft. Dabei haben bestehende Freihandelsabkommen wie der NAFTA-Vertrag zwischen den USA, Kanada und Mexiko eher das Gegenteil bewirkt. Gewerkschaften beklagen Arbeitsplatzverluste in der Industrie, sinkende Löhne, Unterlaufen vor Arbeitsmindeststandards und wachsende Einkommensunterschiede als Folge des Freihandels, indem Arbeitsstandards an das jeweils niedrigere Niveau nach unten angeglichen werden. In der EU sind Massenarbeitslosigkeit, Druck auf Löhne und die Ausweitung prekärer Beschäftigung die Folgen schwacher Sozialstandards im liberalisierten Binnenmarkt. Dies ist kein Modell für eine transatlantische Freihandelszone.

Internationale Solidarität und Kooperation statt immer mehr Wettbewerbsdruck. Mit dem TTIP wollen EU und USA ihre globale Vormachtstellung absichern. Aufstrebende Schwellen- und Entwicklungsländer sollen durch das Abkommen Marktanteile verlieren.

Schutz und Ausbau öffentlicher Dienstleistungen statt weiterer Liberalisierungsoffensive. Essentielle Dienstleistungen der Daseinsvorsorge – z.B. in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser, Energie oder Verkehr – dürfen nicht privatisiert werden. Sie müssen für alle zugänglich sein und hohen qualitativen, sozialen und umweltpolitischen Standards genügen. Den dazu nötigen Gestaltungsspielraum auf nationaler und kommunaler Ebene drohen die TTIP Verhandlungen weiter zu beschneiden –mehr Druck in Richtung Privatisierung ist zu erwarten.

Schutz und Förderung der Vielfalt kulturellen Ausdrucksformen statt weiterer Liberalisierung. Die UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sichert beispielsweise Film-, Theater, Orchester- und weitere Kulturförderung sowie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit seinen Landesprogrammen. Dieser Gestaltungsraum wird durch die TTIP Verhandlungen zur Disposition gestellt.

Regulierung des Finanzsektors und Abbau ökonomischer Ungleichgewichte statt mehr Deregulierung und Freihandel. Die Liberalisierung der Finanzmärkte und ökonomische Ungleichgewichte innerhalb der EU infolge von Lohnkonkurrenz sind eine wesentliche Ursache der europäischen Wirtschaftskrise. Mit TTIP sollen Finanzdienstleistungen noch weiter liberalisiert werden. Die politische Macht der Finanzindustrie würde gestärkt, Lohn- und Steuerdumping und damit sinkende Einnahmen der öffentlichen Haushalte wären die Folge.

Innovationen, Bildung und Informationsfreiheit statt noch mehr Exklusivrechte an „geistigem Eigentum“ der Konzerne: Schützbares „geistiges Eigentum“ findet sich in vielen Sektoren – Technologien, Pharmaprodukte, Saatgut, Filme und Musik. Unter dem Vorwand, die Urheber zu schützen gängeln die großen Verlage, Labels und Medienkonzerne die Nutzer von Kultur und Information immer stärker. Wissenschaft und Bildung werden behindert, immer mehr Werke verwaisen und gehen endgültig verloren, weil ihre Digitalisierung nicht erlaubt wird. Wir brauchen einen fairen Interessenausgleich zwischen Urhebern, Nutzern und Verwertern! 2012 wurde das ACTA-Abkommen von einer Welle der öffentlichen Empörung gestoppt– der Medienindustrie hätte es umfangreiche Monopolrechte und die Kontrolle des Internets beschert. TTIP ist ein neuer Anlauf, diese Monopolrechte einzuführen.

Wir rufen daher alle interessierten Menschen und Organisationen auf, sich aktiv an der Debatte um dieses neue Abkommen zu beteiligen! Machen wir – zusammen mit unseren Freundinnen und Freunden in Europa und den USA − den Politikern und Wirtschaftskapitänen deutlich, dass Freihandels- und Investorenschutz-Rezepte aus dem 20. Jahrhundert keine Lösung für die aktuellen Herausforderungen sind. Eine transatlantische Partnerschaft für die sozial-ökologische Transformation, die wir im 21. Jahrhundert so dringend brauchen, sieht ganz anders aus!
Auch in den USA und anderen Ländern Europas regt sich der Widerstand gegen dieses geplante Abkommen – gemeinsam werden wir es stoppen!

Unterzeichnende Organisationen:
• Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
• Attac
• Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.
• Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW)
• BUND − Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
• Bündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Niedersachsen, Bremen, Hamburg
• Campact
• Christliche Initiative Romero e.V.
• DNR – Deutscher Naturschutzring e.V.
• FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
• Forum Umwelt und Entwicklung
•Gen-ethisches Netzwerk e.V.
• INKOTA-netzwerk e.V.
• Kampagne „Meine Landwirtschaft“
• KLJB – Bundesverband der Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V.
• klima-allianz deutschland
• NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.
• PAN Germany – Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.
• PowerShift e.V.
• Save our Seeds
• WEED
• Zukunftsstiftung Landwirtschaft

 

 

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/