US-Studie: Nuklearkrieg ist möglich

Veröffentlicht: April 4, 2013 in Uncategorized
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Wer die wachsende Gefahr eines Nuklearkrieges in Folge des transatlantischen Finanzkollapses und der Blair-Doktrin des permanentem „Regimewechsel“ bisher immer noch abgestritten hatte, sollte spätestens jetzt durch eine neue US-Studie wach werden. Darin heißt es, das Risiko, daß Nuklearwaffen in einem zukünftigen Konflikt tatsächlich eingesetzt werden könnten, sei durch zwei wesentliche Änderungen seit dem Ende des Kalten Krieges vergrößert worden. In einem Feature-Artikel, der soeben im Strategic Studies Quarterly der Universität der US-Luftwaffe veröffentlicht wurde, berichten Keir A. Lieber, außerordentlicher Professor an der Edmund A. Walsh-Schule für den auswärtigen Dienst an der Georgetown-Universität, und Daryl G. Press, außerordentlicher Professor für Regierungswesen an der Universität Dartmouth über ihre Forschungsergebnisse. – The new Era of Nuclear Weapons, Deterrence, and Conflict – auf: http://www.au.af.mil/au/ssq/Index.asp

Die Autoren erklären gleich zu Beginn, worin diese beiden Veränderungen bestehen. Erstens hätten „technologische Innovationen die Fähigkeiten von Staaten drastisch gesteigert, ‚Enthauptungsschläge‘ zu führen, also Militärangriffe, die darauf abzielen, einen Gegner zu entwaffnen, indem man seine Nuklearwaffen zerstört“. Zweitens, so argumentieren sie, „wird es in den kommenden Jahrzehnten viel schwieriger werden, vom Einsatz nuklearer Waffen in einem konventionellen Krieg abzuschrecken, als es die meisten Analysten glauben“.

Grundlage für das erste Argument von Lieber und Press ist, daß „sehr genaue Trägersysteme, neue Aufklärungstechnologien und die Verringerung der Arsenale gegenüber dem Kalten Krieg konventionelle und nukleare Enthauptungsschläge viel leichter möglich gemacht haben als je zuvor“. Während des Kalten Krieges konnten weder die USA noch die Sowjetunion einen entwaffnenden Erstschlag gegen die andere Seite führen, weil beide Seiten so viele Waffen hatten, die auf unterschiedlichen Wegen eingesetzt werden konnten, daß der Versuch eines Enthauptungsschlages einen Vergeltungsschlag nicht verhindert hätte. Das sei nicht mehr der Fall, so die Autoren.

Die zwischenzeitliche Reduzierung der nuklearen Arsenale auf beiden Seiten bedeute, daß es jetzt weniger Ziele gibt, die getroffen werden müssen. 2006 habe man einen hypothetischen Erstschlag der USA gegen Rußland durchgespielt. „Die gleichen Modelle, die während des Kalten Krieges verwendet wurden, um die Unvermeidlichkeit eines Patts – den Zustand der ,gegenseitig zugesicherten Zerstörung – zu demonstrieren, deuten nun darauf hin, daß sogar das große russische Arsenal in einem Entwaffnungsschlag zerstört werden könnte.“ Lieber und Press sagen dazu, es gehe ihnen nicht um das nukleare Verhältnis zwischen den USA und Rußland, sondern darum, aufzuzeigen, daß die Axiome der gegenseitig garantierten Zerstörung und der Abschreckung aus dem Kalten Krieg heute nicht mehr gelten.

Aber sie gehen weiter und argumentieren richtigerweise, daß die USA heute bewußt eine Strategie der strategischen Überlegenheit gegenüber potentiellen Gegnern verfolgten. Das bedeute, „daß Washington versucht, sich die Fähigkeit zum Sieg über feindliche Nuklearstreitkräfte zu verschaffen.“ Dabei seien die Nuklearwaffen der USA „nur eine Dimension dieser Bemühungen. Tatsächlich umfaßt der Versuch, feindliche strategische Kräfte zu neutralisieren – d.h., eine strategische Überlegenheit zu gewinnen – fast alle Bereiche der Kriegführung, beispielsweise die Abwehr ballistischer Raketen, Abwehr von U-Booten, Geheimdienste, Überwachungs- und Aufklärungssysteme, offensive Cyberkriegführung, konventionelle Präzisionsangriffe und Langstrecken-Präzisionsangriffe, zusätzlich zu den Nuklearschlags-Kapazitäten.“

Sollte sich ein Regime bereits unter Attacke durch die Vereinigten Staaten befinden, könne dessen Überleben davon abhängen, was die Autoren als ‚eskalatorischen Zwang‘ bezeichnen: „Führer schwächerer Staaten – jenen, die sich in einem konventionellen Schlachtfeld wahrscheinlich nicht durchsetzen könnten – stehen unter einem Überlebensdruck, ein Patt zu erzwingen“, schreiben sie. Die Verfügbarkeit über Kernwaffen böte dazu „ein besseres Mittel“ als praktisch jedes andere. Dieses Verhalten sei nicht weit hergeholt. Die Autoren verweisen als historisches Beispiel dabei auf die Strategie der NATO im Kalten Krieg [als der Warschauer Pakt eine konventionelle Überlegenheit besaß], Pakistans Nuklearstrategie gegenüber Indien und die israelische Politik, „zur Sicherheit“ auf Atomwaffen zu setzen, falls seine konventionellen Truppen zu schwach sein sollten.

Nach Ansicht der Autoren seien die Alternativen für die USA entweder, Kriege mit nuklear bewaffneten Staaten zu vermeiden (was ihrer Einschätzung nach möglicherweise nicht funktionieren werde), bzw. die eigenen Kapazitäten für einen Enthauptungsschlag so weit auszubauen, daß der Gegner eine Eskalation nicht mehr erzwingen kann. Soweit die Studie.

Genau dies nimmt Russland als amerikanische Politik in der gegenwärtigen dramatisch eskalierenden Weltlage wahr. Somit haben wir es in der Konsequenz eben doch mit einer Eskalationsspirale zu tun, die nicht „chirurgisch“ zu begrenzen ist – ganz davon abgesehen, daß der Einsatz von Nuklearwaffen, gleich in welchem Umfang, Massenmord bleibt. Die einzig richtige Antwort besteht darin, politisch alles in Bewegung zu setzen, um die gegenwärtige geopolitische Richtung zur Rettung des bankrotten anglo-amerikanischen Finanzempire mittels Regimewechsel sofort zu stoppen. An die Stelle dieser Eskalationsspirale muß eine sofortige strategische Zusammenarbeit der USA, Russlands, Chinas und aller anderen Nationen treten, um im Rahmen der SDE („Strategische Verteidigung der Erde“) die Menschheit sowohl vor Nuklearraketen wie auch vor anderen Gefahren aus dem Weltraum zu schützen, begleitet von gemeinsamen großen wirtschaftlichen Aufbauprojekten nach einer grundlegenden Glass-Steagall-Trennbankenreform. Helfen Sie uns, für diese Kehrtwende jetzt zu mobilisieren, denn alles andere führt in den Abgrund. Wer das nach Lektüre dieses Artikels immer noch nicht versteht, hat nichts begriffen.

 

 

http://bueso.de/node/6360

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